STERNBERG

Brauchtum und Weinanbau

Im geplanten Buch über Brauchtum im Landkreis Rhön-Grabfeld, das im Herbst erscheinen soll, wird unter anderem auch ...

In seinem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 teilt der Rhön-Grabfelder Kreisheimat- und Kreisarchivpfleger Reinhold Albert mit, dass er schon einige Jahre an einem Buch über Brauchtum in alter und neuer Zeit in Rhön-Grabfeld arbeite. Es soll heuer gedruckt und im September von der Kulturagentur des Landkreises heraus gegeben werden. Eine vergleichbare Arbeit erschien bisher im Landkreis noch nicht.

In der Schriftenreihe der Kulturagentur des Landkreises Rhön-Grabfeld wird voraussichtlich ebenfalls in diesem Jahr ein Heft über die Verbreitung des Weinbaus in Rhön und Grabfeld in Vergangenheit und Gegenwart erscheinen, wofür Albert bisher zahlreiche Quellen auswertete und z.B. feststellte, dass bis auf die sogenannten Walddörfer in der Rhön einstmals in nahezu allen Dörfern und Städten unserer Heimat Weinbau betrieben wurde.

Im Franziskanerkloster Kreuzberg wird eine 1895 auf Weisung der Provinzleitung begonnene handschriftliche Chronik des Klosters verwahrt. Der Guardian erhielt damals den Auftrag, alle zur Verfügung stehenden Archivalien auszuwerten. Diese rund 300 Seiten umfassende Chronik wird gegenwärtig von Reinhold Albert transkribiert. Sie verspricht neue, bis unbekannte Erkenntnisse zur Klostergeschichte.

Weiter schreibt Reinhold Albert gegenwärtig Ortschroniken von Groß- und Kleineibstadt, von Leinach (der Sulzfelder Ortsteil wurde vor 900 Jahren erstmals erwähnt) und Gompertshausen/Thüringen. Und natürlich hat er auch wieder die Schriftleitung des traditionellen Heimatjahrbuchs Rhön-Grabfeld 2019.

Wiederholt nahm Albert an Sitzungen des Arbeitskreises „Denkort Aumühle“ in Würzburg teil. Dieser beabsichtigt mit einem Denkmal am ehemaligen Bahnhof Aumühle in Würzburg für die von Unterfranken aus in Konzentrationslager deportierten jüdischen Mitbürger zu erinnern. Josef Huthöfer aus Bad Neustadt übergab Albert im Berichtsjahr die Unterlagen seines Vaters Eusebius. Dieser war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts u.a. Lehrer in Ottelmannshausen und Wülfershausen und befasste sich intensiv mit Sitte, Brauchtum und Geschichte Rhön-Grabfelds, insbesondere seiner Schulorte.

Auf dem jüdischen Friedhof in Kleinbardorf führte Reinhold Albert zusammen mit dem stellvertretenden Leiter des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Walter Irlinger (München), anlässlich der vom Amt für Landwirtschaft und Forsten (Bad Neustadt) organisierten Informationsveranstaltung „Denkmal im Wald“ in Bad Königshofen. Festvorträge hielt er anlässlich der 1.150-Jahr-Feier in Waltershausen und der 1.150-Jahr-Feier in Alsleben sowie einen Vortrag über die Geschichte der innerdeutschen Grenze bei der Versammlung der Landeselternvereinigung der Gymnasien in Bayern in Mellrichstadt.

Walter Budig erstellte 2000 anlässlich der 1.200-Jahr-Feier seiner Heimatgemeinde Wülfershausen eine rund 900 Fotos umfassende Sammlung, die er nunmehr der Gemeinde übergab. Diese wurde von Albert im Berichtsjahr digitalisiert. Ebenfalls unterstützt wurde Prof. Dr. Peter Morsbach (Regensburg) vom Landesamt für Denkmalpflege, der gegenwärtig einen umfangreichen Denkmalatlas für den Landkreis Rhön-Grabfeld erstellt.

Auf Alberts schon länger zurückliegende Initiative wurde im Berichtsjahr 2017 der 1966 errichtete Bayernturm bei Zimmerau/Sternberg unter Denkmalschutz gestellt. Das Bauwerk an der ehemaligen innerdeutschen Grenze gilt als Einheitssymbol. Guntram Bach aus Hendungen übergab dem Heimatpfleger ein 1784 begonnenes Pfarrbuch von Hendungen, das sich in Privathänden befand. Es wurde nach Auswertung an das Diözesanarchiv Würzburg übergeben, wo es nunmehr ordnungsgemäß verwahrt wird.

Im Pfarrarchiv von Sulzdorf befand sich eine Abschrift der Matrikel der jüdischen Gemeinde Sulzdorf. Darin sind 181 Geburten, 172 Sterbefälle und 43 Eheschließungen vermerkt. Diese wurde im Berichtsjahr vom Unterzeichner mit Unterstützung von Elisabeth Böhrer (Sondheim/Rhön) transkribiert.

Die vor einigen Jahren erfolgten Nachforschungen zur Fabrikation des Segelflugzeugs Grunau Baby, von dem in den 1950er Jahren einige Exemplare von der Fa. Rudolf Schindler in Sulzdorf gebaut wurden, führten zu einer schönen Begleiterscheinung. Der Pfarrweisacher Hobbyflieger Erwin von der Forst erwarb ein an der Lederhecke gebautes Flugzeug, das im Schwarzwald in einer Halle auf bessere Zeiten wartete. Fluglehrer Peter Volz restaurierte das historische Fluggerät. Seit 2017 fliegt es nun wieder vom Flugplatz Saal aus über seine alte Heimat Rhön-Grabfeld.

Im Juli 2017 erhielt Reinhold Albert im Fürstensaal der Würzburger Residenz aus den Händen des Innen-Staatssekretärs Gerhard Eck und des unterfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer „In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“, wie es in der Verleihungsurkunde des Bundespräsidenten heißt, das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 wurde Reinhold Albert von der Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns erneut für weitere fünf Jahre zum ehrenamtlichen Archivpfleger im Landkreis Rhön-Grabfeld bestellt.

Natürlich standen auch verschiedene Veröffentlichungen im Mittelpunkt von Reinhold Alberts vielfältiger Tätigkeit 2017. So verfasste er u.a. Ortschroniken von Alsleben und Schweickershausen im Heldburger Unterland, hatte die Schriftleitung beim Heimatblatt „Das Grabfeld“ und dem Heimatjahrbuch Rhön-Grabfeld.

Historische Fotos der Nachwelt zu erhalten, das ist das Bestreben des Kreisheimat- und Archivpflegers, wie z.B.