BAD NEUSTADT

Betreuen, Erziehen, Bilden, Fördern

Etwa 25,86 Millionen Euro flossen 2016 im Landkreis Rhön-Grabfeld in die Jugendhilfe.

In die Jugend investieren: Rund 6,7 Milliarden Euro hat die öffentliche Hand im Jahr 2016 für die Kinder- und Jugendhilfe in Bayern ausgegeben – rund 500 Millionen mehr als im Vorjahr. Im Kreis Rhön-Grabfeld waren es rund 25,86 Millionen Euro, und damit entgegen dem Landestrend 0,08 Millionen weniger. Das meiste Geld floss hier – wie auch in ganz Bayern – in die Kindertagesbetreuung (17,67 Millionen Euro), gefolgt von den Hilfen zur Erziehung (6,85 Millionen). Erst mit einigem Abstand folgten die Ausgaben für die Jugendarbeit, die Jugendsozialarbeit oder auch für Präventivmaßnahmen.

In der Summe kostete das Betreuen, Erziehen, Bilden und Fördern in allen 96 Stadt- und Landkreisen Bayerns rund 6,7 Milliarden Euro. Damit erhöhten sich die Ausgaben dieser Soziallleistungen nach Zahlen des Landesamtes für Statistik um rund 500 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Fünf Jahre zuvor – 2011 – bewegte sich die Summe noch bei rund vier Milliarden Euro. Das meiste Geld floss auch im Jahr 2016 in die Kindertagesbetreuung: fast 4,6 Milliarden Euro, und damit fast 70 Prozent der Ausgabensumme.

Gegenüber dem Vorjahr kletterten diese Ausgaben um 221 Millionen (plus 5,1 Prozent). Damit schlägt sich der Kita-Ausbau für unter Dreijährige wie erwartet in stetig steigenden Kosten nieder. Den zweiten großen Kostenfaktor des Jahres 2016 bildeten die Hilfen für Kinder in schwierigen Lebenslagen. Der Bedarf an professionellen Hilfen steigt stetig, und damit die Ausgaben. Zuletzt kletterten sie um 191 Millionen Euro (plus 14,4 Prozent) auf rund 1,5 Milliarden Euro. Damit fließt mittlerweile mehr als jeder fünfte Jugendhilfe-Euro in diesen Bereich.

Im Kreis Rhön-Grabfeld wurden 17,67 Millionen Euro (Vorjahr: 19,49 Millionen Euro) in die Kinderbetreuung investiert, oder anders gesagt rund 68 Prozent der gesamten hiesigen Jugendhilfe-Ausgaben. Davon flossen 17,54 Millionen Euro in die Tagesstätten, sprich: in Kindergärten, Krippen und Horte, weitere 127.000 Euro in die Unterstützung der öffentlich geförderten Kindertagespflege. Im direkten Vergleich sanken die Ausgaben für die Tageseinrichtungen gegenüber dem Vorjahr um 1,84 Millionen Euro, für die Tagesmütter kletterten sie um 17.000 Euro.

Rund 76.000 junge Menschen waren zum Jahresende 2016 bayernweit auf Hilfen zur Erziehung angewiesen (Vorjahr: 74.600). Immer mehr Heranwachsende werden in schwierigen Verhältnissen groß, kämpfen mit belastenden Ereignissen und familiären Konflikten, viele müssen in Pflegefamilien oder in die Heimbetreuung wechseln. Das sorgt für steigende Kosten. Im Kreis Rhön-Grabfeld wurden zuletzt für erzieherische Hilfen sowie für Eingliederungshilfen seelisch behinderter Kinder und für Inobhutnahmen insgesamt 6,85 Millionen Euro aufgewendet, rund 30,2 Prozent mehr Gelder als im Vorjahr mit damals rund 5,26 Millionen Euro.

Die klassische Jugendarbeit schlug mit rund 777.000 Euro zu Buche (Vorjahr: 589.000 Euro). In die Jugendsozialarbeit wurden 197.000 Euro gesteckt (Vorjahr: 177.000 Euro), in den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz, also in präventive und pädagogische Maßnahmen, flossen 169.000 Euro (264.000 Euro). Und rund 194.000 Euro (153.000 Euro) wurden für Sonstiges aufgewendet, also für Aufgaben wie die Adoptionsvermittlung und Amtspflegschaften sowie für die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen.