SKISPRINGEN

Mit einem Schrei zum Schanzenrekord

Michael Beer (rechts), Vorsitzender des RWV Haselbach, freut sich mit dem neuen Schanzen-Rekordhalter Seokjae Hwang ...

Zum 14. Kloster-Kreuzberg-Pokal trat zwar nur eine recht kleine Truppe an, aber mit drei Wertungsdurchgängen und einem neuen Sommer-Schanzenrekord kamen die zahlreichen Zuschauer dennoch auf ihre Kosten. Seokjae Hwang, ein junger Südkoreaner, der in Deutschland lebt und für den WSV Brotterode startet, setzte bei seinem zweiten Sprung die Spitzenweite mit 55,5 Metern. Plötzlich einsetzender leichter Aufwind begünstigte den Sprung und – für die Zuschauer sehr spektakulär – stieß der 16-Jährige mitten im Sprung einen lauten Schrei aus. Seokjae Hwang erklärte hinterher, dass er aufgrund des Aufwindes plötzlich richtig Angst bekommen hätte. „Aber im nächsten Jahr komme ich wieder und dann will ich noch ein bisschen besser sein.“ Einen weiteren Rekord hält Walter Gräf vom Tabarzer SV. Mit seinen 73 Jahren war er der älteste Starter beim Wettkampf.

Erste Plätze auch für Rhönadler

Die Rhönadler waren mit einer großen Mannschaft vertreten. Auf dem sogenannten Schnullerbakken (Fünf-Meter-Schanze) sprang Amelie von Rosen (S 7) vor Conrad Vorndran auf den ersten Platz. Auf der 16-Meter-Schanze sicherte sich Janis Kansog in seiner Altersklasse S 9 Platz eins. Ebenfalls Rang eins gab es für Louis van Rosen (S 11 bis S 13). Auf der 30-Meter-Schanze sicherte sich in der S 11 Tim Dickas mit der Gesamtnote von 209,7 Punkten den Sieg. Auf der selben Schanze sprang bei den Mädchen II Marlene Günther auf den zweiten Rang. Franz Eisenmann erreichte in der S 13 mit seinem weitesten Sprung von 50 Metern und einer Gesamtnote von 222 Punkten souverän den ersten Platz. Einen zweiten Platz, knapp hinter Christopher Kane, belegte Maximilian Lange (J 19 bis Männer 29).

Guardian des Klosters zu Gast

Der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins RWV Haselbach, Michael Beer, freute sich, zum ersten Mal in seiner Funktion einen Vertreter des Namensgebers der Veranstaltung begrüßen zu können. Der Guardian des Klosters Kreuzberg, Pater Martin Domogalla, ist selbst ein begeisterter Wintersportler, doch habe er noch nie einem Sprungwettbewerb beigewohnt.

Er kam somit der Bitte Beers gerne nach, bei der Pokalübergabe mitzuwirken. Domogalla wurde von Beer auf das Siegerpodest gebeten, wo er selbst einen Pokal überreicht bekam, „für den ich einen Ehrenplatz in meiner Klosterzelle finden werde“.

Nicht nur die Springer zeigten, was in ihnen steckt, sondern auch die Schanzenanlage wurde unter die Lupe genommen. Am Rande des Kloster-Kreuzberg-Pokalspringens wurde durch Rolf Feuchtenberger für den deutschen Skiverband die Homologierung der Schanzenanlage vorgenommen, was quasi einer TÜV-Abnahme entspricht. Feuchtenberger strich als positiv heraus, dass alle Beanstandungen von der letzten Abnahme ausnahmslos und bestens beseitigt wurden. Prüfung bestanden.

Pater Martin Domogalla, erhielt ebenfalls einen Pokal.
Seokjae Hwang (im Bild) auf dem Flug zum neuen Rekord auf der 50-m-Schanze.