TISCHTENNIS BUNDESLIGA MÄNNER

TSV Bad Königshofen im Schnelldurchgang

Aus der Zwickmühle befreite sich Kilian Ort und brachte mit seinem Sieg gegen Jörg Schlichter das 3:0 gegen den TTC ...

Tischtennis (rd)

Bundesliga Männer

TTC Zugbrücke Grenzau – TSV Bad Königshofen 0:3

Mit einer Selbstverständlichkeit holte Aufsteiger TSV Bad Königshofen beim Bundesliga-Urgestein TTC Grenzau die nächsten zwei Punkte ab und wiederholte damit den Hinrunden-Erfolg, der als erster Bundesligasieg in die Annalen des TSV eingegangen ist. Das Ziel der Reise in den Westerwald war nach gut eineinhalb Stunden erreicht: Mit dem kürzesten Spiel der Bad Königshöfer in dieser Liga bisher, mit einem nie gefährdeten, ersten 3:0-Sieg. „Wovor wir immer Angst hatten, dass wir mal so schnell vorgeführt werden, traf heute andersrum ein“, bekannte Manager Andy Albert.

Was die Mannschaftsaufstellungen hergaben, war klar, dass mit dem ersten Spiel des Tages die Weichen auf Auswärtssieg gestellt werden konnten. „Wenn Darko das gewinnt, war ich sicher, dass wir zwei Punkte mitnehmen“, so Albert. Darko Jorgic (19) traf im Spitzenspiel auf den zwei Jahre älteren Kasachen Kirill Gerassimenko. Es sollte eine relativ klare Angelegenheit werden, was bei Jorgic nicht zwangsläufig 3:0-Sieg heißen muss. Er gab nach 2:0-Führung (11:9, 11:4) den dritten Satz ab.

Ein bis zwei Minuten Konzentrationsabfall führten schnell zum Satzverlust: Hier von 3:3 über 3:8 zum 9:11. Doch Jorgic kam zurück, erst recht, als die „Darko-Darko“-Rufe der Königshöfer Fans die Trommeln und den bescheidenen Applaus der Grenzauer übertönten.

Mizuki Oikawa (20) braucht diesen „Ehren-Satz“ nicht unbedingt, machte gegen Constantin Cioti (34) mit 3:0 kurzen Prozess. Spätestens jetzt war jedem klar, warum sich Andy Albert für die jugendliche Variante bei der Kader-Zusammenstellung entschieden hatte. Nur im ersten Satz deutete der Rumäne an, über welches Potenzial er verfügt – Oikawa aber ebenso. Nach einer knappem Dreiviertelstunde ging es mit 2:0-Gästeführung in die 20-minütige Pause.

Der Traditionsverein konnte die Niederlage jedenfalls nicht mehr abwehren. Denn es wurde deutlich, dass eine der drei Optionen für den dritten Punkt auf jeden Fall greifen würde. Sollte es schon Kilian Ort richten? Auf ihn wartete mit Jörg Schlichter ein besonders unangenehmer und undankbarer Gegner. Der zweifache deutsche Meister im Doppel sprang nach der vorzeitigen Trennung von der Nummer 1, Kou Lei, in die Bresche, hatte seine sechs Spiele zuvor verloren.

Eine Aufgabe für Ort, bei der er nur verlieren konnte, weil ein Sieg die Vorgabe war. Es wurde aber alles andere als etwa ein Spaziergang des Jung-Profis gegen den aus der 3. Liga aufgerückten Routinier.

Wer dachte, dieser schwierige, aber gewonnene erste Satz (11:6) habe Ort seinen gewohnten Rhythmus finden lassen, der musste noch einige Einheiten zittern. Obwohl zum Seitenwechsel im Gespräch mit Coach Itagaki ein leichtes Lächeln über Orts Gesicht huschte, ging es danach noch knapper als zuvor weiter. Das war nicht der wie gegen Fuldas Ruwen Filus befreit aufspielende Kilian Ort. Wobei die besondere Schwierigkeit im Mentalen zu finden war. Freilich hatte auch Schlichter inzwischen Orts Spielweise gelesen und brachte ihn mitunter in Verlegenheit. Zum 11:9 rettete sich der Königshöfer Team-Leader im zweiten Satz, musste den dritten aber mit 9:11 abgeben. Jetzt legten die Grenzauer Trommler um einige Dezibel zu. Den vierten Satz ging Ort etwas riskanter und selbstbewusster an, war Entschluss- und Abschluss-freudiger eingestellt, worunter aber auch seine Eigenfehler-Quote litt. So konnte er sich nie von seinem Gegner lösen, der schon Satzball zum 2:2 hatte und ihn bei 10:10 in die Verlängerung zwang.

Wie gut für dieses und seine nächsten Spiele, dass Ort doch kühlen Kopf behielt und den Auftritt mit 12:10 beendete.

Ergebnisse

Gerassimenko – Jorgic 1:3 (9:11, 4:11, 11:9, 5:11)

Cioti – Oikawa 0:3 (10:12, 4:11, 7:11)

Schlichter – Ort 1:3 (6:11, 9:11, 13:11, 10:12)

Sätze: 2:9

Oberschiedsrichter: Kulpe

Zuschauer: 180

 

Stenos der anderen Spiele
Fulda – Mühlhausen 3:0
Wang – Habesohn 3:0, Groth – Ionescu 3:1, Filus – Jancarik 3:0. Zuschauer: 550.

Düsseldorf – Bremen 3:0
Boll – Steger 3:1, Karlsson – Szöcs 3:0, Källberg – Lambiet 3:0. Zuschauer: 1100.

Ochsenhausen – Saarbrücken 3:2
Calderano – Tokic 2:3, Dyjas – Franziska 3:0, Muramatsu – Baum 2:3, Calderano – Franziska 3:0, Dyjas – Tokic 3:2. Zuschauer: 500.

Bergneustadt – Grünwettersbach 3:0
Duda – Walther 3:1, Robles – Morizono 3:2, Mengel – Walker 3:1. Zuschauer: 140.