TISCHTENNIS BUNDESLIGA MÄNNER

Vom BVB zum TSV Bad Königshofen

In Freundschaft nach der Vertragsunterzeichnung: TSV-Manager Andy Albert (rechts) und Bence Majoros.

Nachdem die meisten Vereine der Tischtennis-Bundesliga das Wechselkarussell angehalten und ihren Kader für die nächste Saison komplettiert haben, ist nun auch beim TSV Bad Königshofen ein großes Stück Klarheit eingekehrt. In einer Pressekonferenz wurde der Neuzugang und Nachfolger von Darko Jorgic, der zum 1. FC Saarbrücken TT wechselt, vorgestellt: Bence Majoros. Manager Andy Albert legte dabei Wert darauf, dass das Prozedere so verlief, wie er es sich bei Jorgics Wechsel gern gewünscht hätte. Der abgebende und der aufnehmende Verein standen im Vorfeld in Kontakt miteinander und wurden nicht vor vollendete Tatsachen gestellt.

„Wir hatten mehrere Optionen Darko zu ersetzen, haben uns für den selben Weg entschieden, den wir seit ein paar Jahren fahren und der sich mit Darko als der richtige erwies.“ Man könne nun mal die Summen nicht aufbringen, die drei Viertel der Liga zahlen können bzw. zu zahlen bereit sind. Deshalb setzte er wieder sein „Näschen“ ein und entschied sich für den 20-jährigen Ungarn Bence Majoros. „Ich sehe bei ihm eine ähnliche Entwicklung wie bei Darko. Er hat auch eben erst mit professionellem Training begonnen, bereits große Fortschritte erzielt und spielt zurzeit seine zweite Saison beim BVB Borussia Dortmund.

“ Albert hatte den BVB-Manager informiert und dieser ihm gratuliert. Er freue sich für den Spieler, zu so einem Verein gekommen zu sein bei seinem nächsten Schritt.

Bence, Spitzname „Benjo“, ist in Bad Königshofen kein Unbekannter. In der vergangenen Zweitliga-Saison spielte er in Dortmund an Position vier, schlug Richard Vyborny 3:1 und verlor gegen Kilian Ort 1:3. In der Rückrunde, an eins vorgerückt, gewann er gegen Ort in Bad Königshofen 3:2 und verlor gegen Oikawa 0:3. Majoros, Jahrgang 1997, hat momentan den QTTR-Wert 2391 und nimmt die Weltranglisten-Position 190 ein. Vor vier Jahren wurde er auf 676 notiert.

Seine größten Erfolge fallen im Vergleich zu den anderen Bundesliga-Profis noch bescheiden aus, weshalb er an seinem Trainings-Domizil, auf der Homepage des Liebherr-Masters-College, als „Talent“ geführt wird. Bei der U 21-EM 2017 gewann er Silber im Doppel, verlor bei den German Open 1:4 gegen Dmitrij Ovtcharov. 2016 wurde er ungarischer Meister im Doppel und Dritter im Einzel. Er könnte eine feste Größe für das TSV-Doppel werden. In der nächsten Saison wird der fünfte Punkt mit einem Doppel (ohne die Nr. 1) ausgespielt.

Majoros, 1,80 Meter groß, 74 Kilogramm schwer, kommt aus Nyirbátor, einer 15 000-Einwohner-Stadt in Ungarn und zog mit 17 Jahren aus, um Tischtennisprofi zu werden. Das heißt, er wohnt in einer Sportler-WG in Ochsenhausen und trainiert im Liebherr-Tischtennis-College, ebenso wie Oikawa in Nürtingen und Ort in Düsseldorf. Dort sind fünf hauptamtliche Trainer am Werk. Für ihn ist der Franzose Michel Blondel zuständig, einer der renommiertesten Trainer Europas. Sportmanager des College ist der Ungar Daniel Zwickl, ehemaliger Spieler von Fortuna Passau, mit dem zusammen Majoros zur Vertragsunterzeichnung nach Bad Königshofen kam.

Bevor Bence Majoros aus seiner Heimat ins Schwäbische Oberland kam, spielte er bei seinem Heimatverein Nyirbátor ASE. In Deutschland wechselte er nach einer Runde 2016 vom TTC Weinheim zu Borussia Dortmund. Dort kam er in seiner ersten Saison auf 24 Siege bei zehn Niederlagen. Diese Saison, der BVB ist aktuell Zweitliga-Dritter, erspielte er bisher eine 15:9-Bilanz, davon in der Rückrunde 7:1. Einem Großteil des Königshöfer Publikums wird Majoros ähnlich unbekannt sein wie vor einem Jahr Darko Jorgic. Was er seinen neuen Teamkollegen Ort/Oikawa voraus hat: Es gibt bereits ein super-leichtes (90 Gramm) Schlägerholz „GEWO Bence Majoros OFF“, zu kaufen.