RHÖN-GRABFELD

Rock vom Feinsten

Begeistern mit ihrer bodenständigen, handgemachten Musik: die Männer von „HorsePower“.

Die 70er Jahre waren die Geburtsstunde des Rocks, so wie wir ihn heute kennen. Ehrlich, direkt, kompromisslos – diese Attribute beschreiben diese Anfangszeit wohl am besten. Noch heute ist „Paranoid“ von Black Sabbath jedem Musikliebhaber ein Begriff, prägend steht der Titel für eine Zeit, in der das Motto „Sex, Drugs and Rock‘n‘Roll“ galt. Youtube gab es nicht, die Musiker hätten wohl auch keinen Pfifferling darum gegeben, ob ihr Video nun mit „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ bewertet wird. Die Musik war bodenständig, die Bands lebten einfach ihren Traum. Später, in den 80ern dann, fächerten sie sich in die unterschiedlichsten Stile und verschiedensten Richtungen auf. Noch heute glänzen bei einem echten Kenner die Augen, wenn er nur den Namen von Gruppen wie „Kansas“, „Boston“ oder „38 Special“ hört.

„Neue Pferde unter alten Sätteln“

Ganz in dieser Tradition guter, handgemachter Musik steht die Band „HorsePower“, die in diesem Jahr gegründet wurde. West-Coast- und Country-Rock vom feinsten sind hier garantiert. Zusammengefasst eine Mischung aus Rock, Glam und Country mit einem Hauch Glitzer darüber. Bei einem Vor-Ort-Termin in Steinach spürt man, dass die Bandmitglieder diese Art von Musik nicht nur spielen, sonder auch leben. Wie ihre Vorbilder sind sie echte Kumpeltypen. „Diese Art von Musik ist in dieser Besetzung ein echtes Nischenprodukt. Sie ist genau unser Stil“, sagt Christian „Zinnus“ Zinn, der mit seinen kraftvollen Drums der Musik den nötigen „Drive“ gibt, aber seine Bandkollegen auch beim Gesang unterstützt. „Uto“ Paul Schmitt, der ebenfalls vor Ort ist, ist bekennender Freund handgemachter, authentischer Gitarrenmusik und sorgt bei „HorsePower“ mit seinen Bässen für ein intensives Kribbeln beim Zuhörer. Daniel „Rossi“ Rossmann ist Bandleader, hat gut 25 Jahre Banderfahrung und Christof Sebastian „Herbie“ Herbert, wie Rossi Gitarrist, bezeichnet sich selbst als ein „Kind der Spätsiebziger“. Er ist als Sänger und Gittarist in der Band seines Bruders, „Lucky‘s Good Stuff“ zu sehen und zu hören.

Zinnus und Uto spielen schon seit langem zusammen, sie bildeten nicht nur bei „Rhöner Bluat“ das musikalische Fundament, sondern lassen auch bei „Hot Oven & The Brickets“ ordentlich die Puppen tanzen. Vorher waren alle auch noch in anderen Bands aktiv, seit langem ist die Musik ein Part in ihrem Leben, der nicht mehr wegzudenken ist.

Jam-Session brachte Fass ins Rollen

Dass die vier umtriebigen Musiker die Band „HorsePower“ gründen würden stnad so nicht auf ihrer „To-do-Liste“ für 2018. „Im März diesen Jahres machten wir spontan eine Jam-Session. Eine Bandgründung war da noch gar nicht geplant, es hat sich einfach so ergeben“, erklärt Uto. Es „funzte“ dort einfach, und so entstand „HorsePower“. Ganz klassisch kommt man bei der Besetzung daher: zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug: das reicht, um die Bühne zu rocken. „Unser Ansatz war es, reine Gitarrenmusik zu machen. Wir müssen niemanden beschunkeln, wichtiger ist, dass die Mucke Schmackes hat“, sagt Zinnus. „Wir gehen dabei ganz in die Rockrichtung, das ist es, was uns gefällt“, bestätigt ihn Uto. „Wenn man so will, sind wir eine Oldie-Rock-Band und spielen Oldies der 70er und 80er Jahre“, erklärt Zinnus mit einem Lachen. „Grandpa‘s forgotten rocksongs“ (Großvaters vergessene Rocksongs) sind es also, die man zu hören bekommt, und die sogar dem Vater von Zinnus gefallen. Eine Kostprobe kann man auf ihrer Facebook-Seite von einem Live-Auftritt hören. Hier spielt „Rossi“ beim „Sultans of swing“ so virtuos, dass selbst Mark Knopfler anerkennend seinen Hut ziehen würde.

Erste Gigs begeisterten

Bei einigen Auftritten konnte die Band schon das Publikum begeistern, unter anderem hatte man Gigs im Rhön-Adler in Hausen, in Ostheim und in Bad Neustadt. „Es lief von Anfang an einfach rund“, bestätigt Uto. Zehn Lieder wurden für die erste Bandprobe von Herbie herumgeschickt, darunter Klassiker von Boston, 38 Special und vielen anderen. „Das war wie eine Zeitreise. Wir wussten: wenn Herbie das gesanglich auf die Reihe bekommt wird es interessant“, erinnert sich Uto zurück. „Wir hatten bei der Probe ein permanentes Grinsen auf den Lippen. Wir wussten, dass bei uns einfach die Chemie stimmt“, so Zinnus. Wichtig war den vier Musikern, Lieder in Arrangements zu spielen, die sonst keiner zu bieten hat. So bei dem Klassiker „Carry on my wayward son“, in dem bei „Horsepower“ die Gitarre den Part des Keyboards im Original übernimmt. Wichtig ist bei einer so kleinen Besetzung natürlich, dass alle vier Musiker auf der Bühne auch mitsingen. Für die Männer von „HorsePower“ ist das überhaupt kein Problem. Und man verwirklicht sich mit der Band auch einen Jugendtraum. „Wir können genau das spielen, was wir als Jugendliche selbst gehört haben. Das ist einfach klasse“, schwärmt Zinnus.

Wichtig ist ihnen, dass die Musik Spaß macht. „Wir müssen keine großen Hallen füllen, wir wollen authentisch sein und auf der Bühne authentisch agieren“, verdeutlicht Uto ihr Anliegen. Die handgemachte Musik trifft zu 100 Prozent seinen Geschmack und auch der Slogan „Grandpa‘s forgotten Rocksongs“ passt wie auf ihn gemünzt. Schließlich ist Uto selbst schon Großvater, was ihn aber nicht daran hindert, auf der Stage ordentlich abzurocken. Und dabei nah am Publikum zu sein und auch mit der ein oder anderen B-Seite für Insider zu punkten. „Alte Stücke dem Publikum live zugänglich zu machen, das ist unser Anspruch“.

In Zukunft wird es weitere Auftritte geben

Dabei haben die vier Musiker die Erfahrung gemacht, dass zunehmend auch Jüngere von dieser Art von Musik begeistert sind. Der Rock ist eben nicht tot, wie „HorsePower“ beweist, sondern nach wie vor äußerst agil. Natürlich wird auch intensiv geprobt, und zwar im „Bunker“ in Burglauer, wo man die eigenen musikalischen Visionen umsetzt.

Eine kleine Kostprobe der Musik von „HorsePower“ gibt es auf der gleichnamigen Facebook-Seite, auf der auch die Termine aufgelistet sind. Live zu hören sind sie unter anderem am 1. Mai auf dem Reiterhof von Christof Herbert in Querbachshof, am 30. Juni werden die Jungs dann beim „Neustadt-Treffen“ in Bad Neustadt abrocken. Dabei wird man ohne Samples, ohne Tricks und ohne doppelten Boden zeigen, dass die klassische Rockmusik nach wie vor nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Begeistern mit ihrer bodenständigen, handgemachten Musik: die Männer von „HorsePower“.