SCHÖNAU

Kermes-Casting in der Wurschtküche

Jippy jeh: Der wilde Westen wurde wach beim Tanz der Kleinen Garde nach der Melodie des Bonanza-Songs in der ...

Die Schönauer Fosenocht hat auch nach einem Jahr Abstinenz nichts von ihrer Ausstrahlungskraft und ihrem Glanz verloren. Einmal mehr mischten die Fosenöchter in ihrem fünfstündigem Jubiläumsprogramm zahlreiche Geschehnisse rund um ihr Heimatdorf und weit darüber hinaus mit Witz und Charme auf und nahmen sich ein ums andere Mal selbst mit vielen launigen Beiträgen auf den Arm.

Dabei kam ihnen das diesjährige Motto gerade recht, weil sie mit erstaunlichem Selbstbewusstsein behaupten: „Uns is alles Wurscht“ und präsentieren zum Beweis eine „Würschtläng“ als Fosenochtsorden. Den Orden hat, zum wievielten Mal auch immer, wieder Ehrenpräsident Werner Kiesel in seiner Hobbykeller-Holzschnitz-Werkstatt fabriziert.

Es ist ein zirka 20 Zentimeter langes Brettchen, womit der Metzger in früheren Jahren seine „Würscht“ abgemessen hat bei der Hausschlachtung. Behauptet jedenfalls Sitzungspräsidentin Elke Kiesel. Nanu, war da nicht was? Zum Abholen einer „Würschtläng“ hat man die Kinder früher bei der Hausschlachtung zum Nachbarn geschickt. Der hat ihnen dann im Rucksack einen Stein oder sonst was aufgeladen und wieder heim geschickt. „Ein Spaß halt“ weiß Werner Kiesel, allerdings auf Kosten der unwissenden Kinder. Dafür gab es vom Metzger dann ein „Extrawürschtle“. Das gibt es auch heuer und zwar auf die „Würschtläng“ drauf getackert und alle „Geehrten“ freuen sich über den Orden, den es eigentlich gar nicht gibt. Helau.

Nach über einem Jahr Renovieren zeigt sich der Kolpingsaal in frischem Outfit und schon gibt es zum Beginn der Prunksitzung eine „Riesenschweinerei“. In schönsten rosaroten Schweinskostümchen präsentieren sich die Elferräte und warten auf das „Schlachtfest“, welches Sandra Beck mit ihren beiden Töchtern Lea und Nele mit ihnen in Szene setzt. Als Elke Kiesel dann als Metzgermeisterin auftaucht und durchzählt, hüpfen wieder alle ihre „zehn Schweinchen“ quietschfidel über die Bühne. Glück gehabt.

Das Lokalkolorit steht bei der Schönauer Fosenocht seit jeher an vorderster Stelle, ob in Darstellung von Brauchtum oder des heimischen Dialekts. Da kommen Lorena Johannes, Lina Rahm und Luisa Reubelt gerade recht, denn sie suchen bei einem „Kermes Casting“ einen knackigen Burschen für die Kermesgaudi. Leo Reubelt lässt sich nicht lange bitten und legt schon mal einen zackigen Schottisch aufs Parkett. Wenig später ist es Denis (Bob) Rehm, der als „Bob der Baumeister“ auf den derzeitigen Schönauer Baustellen unterwegs ist und natürlich auch mit der Wegfurter Umgehungsstraße seine Schwierigkeiten hat: „Umgehungsstraß, wo denkt ihr hie! E Straß? En Staudamm baue die!“ Über einige Unzulänglichkeiten sinnieren dann auch die „Krummtonsänger“ bei ihrem eigenwilligen Song „Es gibt so viel Trottel auf der Welt“. Einzigartig zeigt sich dabei Anja Deget, die sich als „Schönauer Schönheitskönigin“ vorstellt. Bally Prell, deren Song als „Schneizlreutherin“ sie dabei imitiert, wäre bestimmt unheimlich stolz auf ihre Rhöner Nachfolgerin gewesen.

Und auch der Wiesnhit des letzten Jahres feierte fröhliche Urständ mit Christina Reubelt als „Cordula Grün“. Mit dem Attribut „Lende gut – alles gut“ betitelt schließlich die Präsidentin die Vorstellung von Bianca Göbel als „FFV“ alias Fleischereifachverkäuferin. Die nimmt sich schließlich auch den neuen „Wurschttempel“ in Neustadt vor und macht ihren spöttischen Reim auf die dortige Nummernausgabe als sogenanntes „Trostpflaster“.

Zwischendurch sind die Schönauer Mädels an der Reihe. Die Jüngsten springen und tanzen lustig nach dem Bonanza-Song als Cowgirls über die Bühne, angeleitet von Sabrina Rocco und Jessica Horbelt. Die Juniorengarde und die Große Garde zeigen zwei flotte Gardetänze, wobei die Junioren von Eva und Christina Reubelt, die Großen von Christina Müller und Irina Erb trainiert wurden.

Deftig, heftig und voll Elan absolvieren in diesem Jahr Opa Ludwig (Harald Gans) und Sohn Joachim (Reubelt) ihre Rolle im Sketch „Wir sind Bürgermeister“. Vorher war Bürgermeister Rudi (Fabian Göbel) wegen der vielen Beschwerden als größter „Schuldenbürgermeister des Landkreises“ entnervt zurückgetreten. Noch mit dabei Steffen Beck, Sofia Gans und Anna-Maria Kohl. „Horst bitte geh - jo mei wär des schee“, singen despektierlich die „Vier Zylinder“ Volker Kiesel, Annette Pörtner, Sven Zirkelbach und Denis Rehm und meinen damit den bayerischen Oberhorst Seehofer. Über die „Andrea Nahles, war des denn scho alles?“ bis zur Fußball-Nationalmannschaft (die halten sich gerne im Spreewald auf, dort sind die Gurken unter sich) bis natürlich hin zum Mauerbauer Trump spannen die vier Spaßmacher ihren politisch-satirischen Bogen.

Und bevor Tanzmariechen Melina (Wappes) ihren Solotanz zeigen kann, ist der Kolpingsaal-TÜV in Person von Dustin Laudenbach an der Reihe, um die Belastbarkeit der neuen Bühne zu testen. Sein OK gibt er aber erst nach dem „kolossalen Auftritt“ seines TÜV-Mariechens Vera Räder. Ihre Kochkünste zeigen dann in der „Schnitzel-Panierstraße“ Sandra und Julia Beck, Bettina Stäblein, Sabrina Rocco, Bianca Göbel, Christina Reubelt und als „Pol(l)en-Gastköchin“ Branka Pavlovska alias Ilona Zirkelbach. Auch Miss Piggy macht den Schönauer Fosenöchtern mit ihren Gesangskünsten ihre Aufwartung, Sonja Rahm sorgt mit ihrem Schweinchen-Outfit und -songs für ausgelassene Heiterkeit beim Publikum.

Natürlich sind auch die Garden wieder mit von der Partie, die Junioren mit einem Matrosen-Schautanz und das sportliche Männerballett unter der Leitung von Lena und Luisa Reubelt. Den Schlusspunkt setzen schließlich die Mädels der Großen Garde mit einem Putzfrauen-Schautanz. Einstudiert wurde der Tanz von Franziska Vey und Janina Fries. Großen Anteil am Erfolg der Sitzungen hatten auch in diesem Jahr wieder die Fosenochtsmusikanten unter der Leitung von Christine Zirkelbach, welche von der Musikantenempore herunter die Stimmung anheizten.

 

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