HERSCHFELD

Die Roratemesse durfte nie fehlen

Ruhestandspriesters Raphael Morawin ist im Alter von 86 Jahren verstorben.

Der Lebenskreis des langjährigen Herschfelder Priesters Pfarrer i. R. Raphael Morawin hat sich in seinem 87. Lebensjahr nun geschlossen. Am Fatimatag, dem 13. März, ist er in den frühen Morgenstunden friedlich eingeschlafen. Ein Höhepunkt seines seelsorgerischen Wirkens war sein diamantenes Priesterjubiläum, das er mit zahlreichen Mitbrüdern und großer Anteilnahme vieler Gläubigen in der Pfarrkirche St. Nikolaus am 17. Juni 2016 in Herschfeld feiern konnte.

Geboren wurde Pfarrer Morawin am 16. November 1931 in Rosengrund in Oberschlesien. Nach zwei Kaplanstellen trat er seine erste Pfarrstelle 1960 in Bladen-Hubertusruh und Wanowitz an. 1970 begann ein neuer Lebensabschnitt, als er in die Bundesrepublik Deutschland einreiste und ein Jahr später in die Diözese Würzburg inkardiniert wurde. Seine erste Pfarrstelle übernahm er dann in Kleinwenkheim mit Fridritt, Wermerichshausen, Rheinfeldshof und zeitweise Maria Bildhausen.

1978 wechselte er in die Pfarrei Herschfeld, ab 1987 übernahm er auch die Filialpfarrei St. Ägidius Dürrnhof. Bis 2010 war er zusätzlich Beauftragter für Priester- und Ordensberufe im Dekanat Bad Neustadt, außerdem von 1995 bis 2000 stellvertretender Dekan. Segensreich wirkte er auch in der Sprachschule des CBW und war bis 1993 seelsorgerisch in der Herz- und Gefäßklinik tätig.

Die Bonifatiuskapelle lag ihm besonders am Herzen

Ein großes Anliegen war ihm auch immer die Bonifatiuskapelle auf der Salzburg, die ihm bis Ende 1995 unterstand. Ein Jahr war er auch Pfarrverweser von Salz und Strahlungen. In der Wirkenszeit des Verstorbenen wurden fünf Kirchen renoviert, so in Kleinwenkheim, Fridritt, Wermerichshausen, Dürrnhof – und die alte Kirche in Herschfeld. Letzteres war ihm ein ganz besonderes Anliegen, denn dort zelebrierte er unzählige Gottesdienste und Andachten.

Weitere Schwerpunkte seines Wirkens waren die Renovierung des Herschfelder Kindergartens und viel Energie brachte er in seiner Funktion als Präses der örtlichen Kolpingfamilie sowie als Bezirkspräses des Bezirkes Rhön-Grabfeld ein. Danach wurde er sowohl zum Ehren-, als auch zum Bezirksehrenpräses ernannt.

Täglich die Roratemesse gefeiert

Bis kurz vor Weihnachten brachte Ruhestandspriester Raphael Morawin mit Gottes Hilfe die Energie auf, um am frühen Morgen die täglichen Roratemessen mit den Gläubigen zu feiern. Nach einem arbeitsreichen Wirken trat er 2007 in den Ruhestand und sah aber seine Aufgabe darin, weiterhin bei Gottesdiensten und Andachten priesterlich zu wirken. Außerdem war er noch lange Zeit Ansprechpartner im örtlichen Pfarrbüro.

Viele Gläubige aus seinen Gemeinden in denen er in den fast 50 Jahren seelsorgerisch gewirkt hat, werden ihm am Samstag 16. März, um 10 Uhr die letzte Ehre erweisen. Nach dem Requiem in der neuen Pfarrkirche St. Nikolaus findet anschließend die Beisetzung auf dem Friedhof statt.