IRMELSHAUSEN

Großreinemachen am Seegrund

Mit Hilfe der an der Front des Amphibienfahrzeugs angebrachten Fräse, werden Schlamm und Sedimente am Seeboden ...

Von weitem sieht es fast so aus, als ob im zeitigen Frühjahr ein Tretbootfahrer auf dem Badesee unterwegs wäre. Mit einer lustigen Bootspartie hat das alles freilich nichts zu tun. Das Amphibienfahrzeug, auf dem ein Mitarbeiter der Zwickauer Firma MSE sitzt, ist mit einer Fräse ausgerüstet, mit der Schlamm und Sedimente am Seeboden gelockert werden. Die seit langem geplante Entschlammung des bis zu zwei Meter tiefen Sees hat begonnen. Sie steht in Zusammenhang mit der über ein Leader-Programm bewerkstelligten Sanierung der Außenfläche und des Versorgungsgebäudes am See. Gut 1.200 Kubikmeter Schlamm sollen in den kommenden zwei, drei Wochen abgesaugt werden, was die Wassertiefe um fünf bis 30 Zentimeter erhöhen wird. Eine Pumpe saugt das lose Gemisch an, das über einen Schlauch quer über die Wiese am Kiosk zu dem so genannten Seperator transportiert wird, der auf einem der Parkplätze steht.

Rein mechanisch nach Bestandteilen getrennt

Die Maschine heißt so, weil in ihr unter Zuhilfenahme von zwei Sieben die Brühe aus Wasser, Schlamm und Bodensatz rein mechanisch nach ihren Bestandteilen getrennt wird. „Das freut auch die Fische“, erklärt MSE-Mitarbeiter Eckhard Funck, der Methoden mit chemischen Zusätzen kennt, die dazu führen können, dass die Kiemen verkleben und schließlich die Fische sterben.

Das Absaugen schade den Fischen dagegen nicht, betont Funck, weil die Tiere durch die dadurch entstehenden Schwingungen und Geräusche das Weite suchen würden. Was nach der Behandlung im Seperator noch an festen Stoffen übrig bleibt, fällt in einen Container. Wenn der voll ist, holt ihn ein ortsansässiger Landwirt ab, um den grauen Brei als Dünger auf seine Felder zu bringen. Das Wasser wird zurück in den See geleitet.

Ursprünglich sollte die Entschlammung des Sees bereits im vergangenen Herbst über die Bühne gehen. Unter anderem wetterbedingte Verzögerungen sorgten aber dafür, dass die Sache erst jetzt angegangen werden konnte.

Mit Runderneuerung des Areals wurde bereits 2018 begonnen

Daher kann die 2018 begonnene, rund 500.000 Euro teure Runderneuerung des Areals mit neuen Sanitäranlagen, Terrasse und Kiosk nicht wie geplant zum 31. August abgeschlossen werden. Weil noch die Erneuerung der Zugangstreppen in den See auf der Liste der unerledigten Arbeiten steht, und dazu zunächst das Wasser abgelassen werden muss, wird sich die Fertigstellung verzögern.

Da es anschließend einige Wochen dauern wird, bis der See dann wieder vollgelaufen ist, wird die Zeit bis zur Eröffnung der Badesaison zu knapp. Deshalb soll diese Maßnahme bis auf die Zeit nach der Saison verschoben werden.

„Hätten wir gewusst, dass sich die Entschlammung so verzögern wird, hätten wir das mit den Treppen schon im letzten Herbst erledigt“, sagt Bürgermeister Michael Hey, der jetzt bei der Leader-Stelle eine Verlängerung beantragen will. Dann bleibt auch noch genug Zeit, um den Lehrpfad am See anzulegen, an dem auf Schildern über die hier heimischen Pflanzen und Tiere informiert werden wird.

Mit Hilfe von zwei Sieben werden im Seperator Wasser, Schlamm und Bodensatz getrennt.
Quer über die Wiese am Kiosk verlaufen die Schläuche zum Seperator auf einem Parkplatz.
In einem Container werden Stoffe gesammelt, die dann auf Felder der Umgebung gebracht werden.