Bad Neustadt / Bodenmais

Bernhard Mosandl bleibt Bodenmais nun doch treu

Der scheidende Tourismuschef von Bodenmais, Bernhard Mosandl, bleibt dem Ort im Bayerischen Wald nun doch erhalten.

Wird er vielleicht wirklich Bürgermeisterkandidat von Bad Neustadt? Diese Frage kursierte nicht gerade selten über den Marktplatz, als im März bekannt wurde, dass der ehemalige Bad Neustädter Kurdirektor Bernhard Mosandl seinen Vertrag als Geschäftsführer der Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH (BTM) nicht mehr verlängern wird. Und sogar in Bodenmais selbst wurde Mosandl auf den Bericht in dieser Zeitung angesprochen, in dem er sagte, er fühle sich geschmeichelt ob der Wünsche aus seiner Heimat, die ihn gerne auf dem Rathaussessel sehen würden.  

Nun ist die Entscheidung endgültig gefallen. Bernhard Mosandl bleibt Bodenmais überraschend erhalten - aber nicht in seiner bisherigen Funktion. Stattdessen wird er ab 1. November diesen Jahres Geschäftsführer eines neu gebauten 5 Sterne-Campingresorts mit Resorthotel. So heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung. "Ich freue mich sehr, dass ich in Bodenmais bleiben kann und so für weitere Übernachtungen im Ort sorgen darf", wird Mosandl in der Mitteilung zitiert. Er habe bisher ja auch nichts anderes gemacht, ergänzt er schmunzelnd. 

Gesamtpaket hat den Ausschlag für Bodenmais gegeben

Das Gesamtpaket des neun Millionen Euro teuren Neubaus des Campingresorts, welches im Mai nächsten Jahres öffnen soll, habe den Ausschlag gegeben. Die Chemie habe sofort gestimmt, heißt es weiter. Mosandl soll das hochwertige Objekt von Anfang an mitgestalten, kann sich kreativ einbringen und dieses am Markt etablieren. Außerdem gebe es die Perspektive, das ebenfalls von der Weikl Unternehmensgruppe gekaufte Hotel "Königshof" als Teamhaus zukünftig mitbetreiben zu dürfen. Daneben ist geplant, dass sich der Fachmann gemeinsam mit der Unternehmensgruppe noch um weitere touristische Projekte in den nächsten Jahren in Bodenmais kümmern soll. Zu Beginn wird viel Marketing auf dem Programm stehen.

Auch die Familie Weikl freut sich der Mitteilung zufolge über die Entscheidung Mosandls. Man erhalte Bodenmais einen im Ort sehr geschätzten Touristiker und darüber hinaus sei man überzeugt, dass er für das, was die Familie in Bodemais touristisch noch alles vorhabe, genau der richtige Mann, heißt es in der Mitteilung abschließend. Die Zusammenarbeit ist auf zunächst fünf Jahre ausgerichtet.

Viel Energie in den vergangenen 20 Jahren investiert

"Diese Entscheidung habe ich in den vergangenen Tagen erst getroffen", erklärte ein gelöster Bernhard Mosandl kurz nach der öffentlichen Bekanntgabe auf Nachfrage dieser Redaktion. "Was ist mir persönlich wichtig?" Diese zentrale Frage für die Zukunft habe er sich selbst gestellt. Nunmehr 20 Jahre Tätigkeit als Geschäftsführer im Tourismus und die permanente Präsenz in der Öffentlichkeit hätten viel Energie gekostet. Etwas stärker in den Hintergrund zu treten und beispielsweise in der Kneipe nicht auf ein erneut geschlossenes Geschäft im Ort angesprochen zu werden, tue laut des 56-Jährigen dann "einfach auch mal gut" und sei angenehmer. Auch wenn Öffentlichkeit auch zu Beginn der neuen Aufgabe sicher nicht ausbleiben werde. Die Sehnsucht nach mehr Rückzugsmöglichkeiten und der Wohlfühlfaktor in Bodenmais ("Die Personen schätzten mich dort") waren schließlich mitentscheidend für einen dortigen Verbleib. 

"Ich habe darüber nachgedacht."
Bernhard Mosandl über eine mögliche Kandidatur für das Bad Neustädter Bürgermeisteramt 2020.

Dabei standen noch drei weitere berufliche Alternativen für Mosandl zur Debatte, darunter befand sich ein "außergewöhnliches", wie er selbst sagt. Und zwar eine mögliche Kandidatur für das Bad Neustädter Bürgermeisteramt. "Ich habe nach dem Zeitungsartikel im März darüber nachgedacht", gibt er zu, "und hätte mir auch eine Chance ausgerechnet". Die für ihn überraschend vielen positiven Reaktionen aus der Heimat und auch in Bodenmais hätten die Gedankenmaschinerie dahingehend in Gang gebracht. Wirklich konkret wurde eine Kandidatur aber nicht, da laut Mosandl seit dem Frühjahr auch keinerlei Kontakt zu den bekannten Gesichtern der verschiedenen Parteien in Bad Neustadt bestand. Und letztlich hätten dann auch die mit einer Kandidatur verbundenen Kraftanstrengungen dagegen gesprochen. 

So kann Bernhard Mosandl nun also endgültig in die Zuschauerrolle rücken, wenn es darum geht, wer Bürgermeister Bruno Altrichter bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr beerben wird. Bislang hat sich lediglich die CSU mit Christiane Hanshans als Kandidatin aus der Deckung getraut.  Die Bürgermeisterwahl sei auf jeden Fall sehr interessant, so Mosandl. "Denn Bad Neustadt wird immer meine Heimat bleiben".