Bad Neustadt

Bürgermeisterkandidatin: CSU nominiert Christiane Hanshans

Auf der CSU-Stadtversammlung wurde Christiane Hanshans (Vierte von links) offiziell als Bürgermeisterkandidatin ...

Dass die Bad Neustädter CSU Christiane Hanshans als Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl im kommenden Jahr ins Rennen schicken will, ist schon seit Mitte Juli bekannt. Im Rahmen der Stadtversammlung der CSU-Ortsverbände Bad Neustadt, Brendlorenzen und Löhrieth ist dieses Vorhaben am Montagabend nun auch offiziell besiegelt worden. 47 der insgesamt 58 Wahlberechtigten votierten für die 52-Jährige, die damit 81 Prozent der Stimmen erhielt. Kein ganz typisches CSU-Ergebnis, wie man es vielleicht noch aus der Vergangenheit kennt. Der Freude der frischgebackenen Bürgermeisterkandidatin tat dies aber keinen Abbruch. "Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Ich werde es nicht missbrauchen." 

Bevor es im Alten Amtshaus um die Nominierung ging, sprach Dr. Jörg Geier, der nach dem Rücktritt von Johannes Benkert gemeinsam mit Gabi Gröschel den Vorsitz des Ortsverbandes führt, einleitende Worte und lobte die Entwicklung der Stadt. Man wolle in der nächsten Legislaturperiode daran anknüpfen, wenngleich sinkende Steuereinnahmen die ganze Angelegenheit kniffliger, jedoch umso bedeutender machen würden.

Helmut Ressel, Vorsitzender der Stadtversammlung, führte zur Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten über. Den Part, Christiane Hanshans vorzuschlagen, übernahm Landrat Thomas Habermann, der an diesem Abend jedoch ausschließlich in der Funktion als Mitglied des CSU-Ortsverbandes auftrat.

Kein Überraschungsvorschlag von Habermann

Nach einem Rückblick ins Jahr 1990, in dem die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Gesellschaft und Politik noch nicht selbstverständlich war, dankte Habermann den Vorständen der drei CSU-Ortsverbände, die sich im Vorfeld ernsthaft und intensiv Gedanken um einen Kandidaten gemacht hätten. Es verstehe sich von selbst, dass er keinen Überraschungsvorschlag machen werde. "Das wäre sonst ein Armutszeugnis", so Habermann, der danach seinen Dank an den ehemaligen Vorsitzenden Johannes Benkert richtete. Dieser habe nach der internen Entscheidung für Hanshans in der Öffentlichkeit überzeugend dargelegt, warum er den Vorsitz nicht mehr weiterführen wolle. "Diese klare und faire Art verdient ein Dankeschön", so der Landrat, der danach der Stadtversammlung Christiane Hanshans offiziell vorschlug.

Zur Begründung führte er an, dass sie einen persönlichen Erfahrungsschatz mitbringe, den nicht alle vorweisen könnten. "Du bist eine von uns", fuhr Habermann fort und widersprach damit auch Stimmen die behaupten, sie sei kein richtiger Neustädter, da sie nicht innerhalb der Mauern aufgewachsen sei. Auch beruflich bedingt bringe sie eine hohe Kommunikationsfähigkeit mit, sei offen für Neues, bodenständig, von ihrer Sache überzeugt und mache keine halben Sachen. "Ich persönlich wäre froh, wenn sie unsere neue Bürgermeisterin wäre", schloss der Landrat seine Ausführungen.

Bad Neustadt ist zur Heimat geworden

Nachdem die Anwesenden im Anschluss keine weiteren Kandidaten vorschlugen, trat Christiane Hanshans selbst ans Rednerpult. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person erklärte sie, dass "unsere schöne Stadt zu meiner Heimat geworden ist". Das Wörtchen "wir" zog sich mehrmals durch die Ausführungen der 52-jährigen, gebürtigen Saarländerin. Gemeinsam könne man mehr erreichen als allein. Das Allgemeinwohl müsse über das Eigenwohl gestellt werden.

Christiane Hanshans.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Personalabteilung des Rhön-Klinikums sei es wichtig, zuzuhören, zu sammeln, zu bewerten und letztendlich Entscheidungen zu treffen, die man dann mit Rückgrat umsetzen müsse. Andere Meinungen, so Hanshans, müsse man dann in seinen Entscheidungsprozess mit einbeziehen und sich gegebenenfalls auch eines Besseren belehren lassen. Als Teamplayerin handele sie nach der Devise "nach innen diskussionsfreudig, nach außen geschlossen". 

Obwohl die 52-Jährige bislang politisch nicht groß in Erscheinung getreten ist, sei sie kein unpolitischer Mensch. Gerade ihr besonderer Blick von Außen oder gar als Zugereiste biete einen neuen, unverstellten Ansatz, der der Stadt zu Gute kommen könne. 

Hanshans ruft eine Zeit für Neues aus

Zu ihren Zielen erklärte Christiane Hanshans zunächst, dass Bad Neustadt gut da stehe. "Man sollte jetzt aber nicht behäbig an Althergebrachtem festhalten, um dann möglicherweise die Zeichen der Zeit zu übersehen", rief sie eine Zeit für Neues aus, die den Menschen in der Stadt ein lebenswertes Umfeld schaffen soll. Neben den klassischen Themen Familie, Bildung und Soziales sei die Stadtentwicklung ein Thema, "bei der alle Ortsteile einbezogen werden müssen". Neben ihrem Anliegen, Brücken zwischen allen Kulturen zu bauen, müsste man unter anderem Treffpunkte für heranwachsende Jugendliche schaffen. Allgemein sieht Hanshans als eine der größten Herausforderung der kommenden Jahre, "den Gemeinschaftssinn in unserer Stadt zu fördern, in dem man die Menschen zusammenbringt", gerade durch ein lebendiges Vereinswesen.

Neben der Elektromobilität stehe bei Hanshans auch der Umwelt- und Klimaschutz auf der Agenda. "Warum sollten wir nicht auch Modellstadt für die größtmögliche Umweltfreundlichkeit werden?", fragt sie und schlägt einen energetischen Masterplan für die Stadt vor. Neben einem attraktiveren Markt mit regionalen Produkten erklärte die Kandidatin das Thema Digitalisierung zum abschließenden, weiteren zentralen Punkt ihrer Überlegungen. Das Thema gelinge aber nur schrittweise.  Die An- und Abmeldung bei der Stadt sowie die Beantragung von Dokumenten sollte beispielsweise bald digital möglich sein, um den Mitarbeitern dort Freiraum für andere Dinge zu schaffen.

Mit ihrem "Wir"-Leitgedanken, dass sich gemeinsam und nur im Team die zentralen Herausforderungen der Zukunft meistern lassen können, schloss die nun offiziell nominierte CSU-Bürgermeisterkandidatin ihre Rede.

Zur Person Christiane Hanshans
Christiane Hanshans (52) stammt gebürtig aus dem Saarland und wuchs dort auch auf. Sie studierte nach dem Abitur in Würzburg und Bologna Kunstgeschichte und Germanistik. Nach der Tätigkeit als Chefsekretärin am Lehrstuhl für Technische Physik in Würzburg, arbeitet sie seit 18 Jahren am Rhön-Klinikum Campus. Dort agiert sie als Personalreferentin, Referentin für Ausländerbelange sowie für die internationale Fachkräftegewinnung (für alle Standorte der Klinik-AG). Seit 22 Jahren lebt Christiane Hanshans mit ihrem Mann in Bad Neustadt und zog dort zwei Kinder groß.