Bischofsheim

Leserforum: Bäume nicht mehr ernten

Zum Artikel "Dunkle Wolken über dem Gemeindewald" über den Bischofsheimer Stadtrat erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Leider kommt in den Artikel nicht ein einziges Mal zur Sprache, dass wir den Wald dringend brauchen als „Waffe“ gegen den Klimawandel.  Bäume speichern CO2 und verhindern, dass es die Atmosphäre erreicht. Dies scheint  den meisten Menschen leider immer noch nicht bewusst zu sein. Öffentlicher Wald sollte ausschließlich nur noch für diese Aufgabe genutzt werden, indem Bäume nicht mehr geerntet werden, sondern stehen bleiben.

Wenn man aber mal nachliest, was die sogenannte Naturverjüngung bedeutet, so erfährt man, das damit die „Ernte“ von Bäumen, die den „Zieldurchmesser“ erreicht haben, gemeint ist. Da es sich um Altbäume handelt, entstehen dadurch große Lücken , in denen dann von selber neue Bäume wachsen sollen. Diese Bewirtschaftung führt aber zu einem Austrocknen und Temperaturanstieg im Wald: Mehr Licht lässt mehr Blattmasse wachsen, damit gibt es mehr Verdunstung. Altbäume beschatten nicht mehr, dadurch Temperaturanstieg.

Will man den Wald an den Klimawandel anpassen, so muss man die alten „hiebreifen“ Bäume im Wald lassen. Unterbleibt das und wir ernten munter weiter, so zahlen unsere Kinder in einer Klimawandelwelt… Wir können schwerlich von Brasilien verlangen, den Amazonas-Regenwald nicht zu roden, wenn wir selber unseren Wald wirtschaftlich verwerten wollen.

Christiane Bolz
97653 Bischofsheim