Herschfeld

Leserforum: Keine Zustimmung für neuen Bauplan in Herschfeld

Bezugnehmend auf den am 5. Dezember erschienenen Leserbrief mit dem Titel "Bürgerentscheid richtungsweisend für die Zukunft" erreichte die Redaktion folgende Zuschrift. 

Als Herschfelder Bürger kann ich den durch den Verfasser dargestellten Sachverhalt zur geplanten Bebauung in Campusnähe in jeder Hinsicht unterstützen.

Dem Investor ist es, wenn man die Berichterstattung zur zurückliegenden Stadtratssitzung vom 28. November nachvollzieht, offensichtlich gelungen, seinen kurzerhand überarbeiteten Bebauungsplan als "lessons learned Veranstaltung" gegenüber den Stadtverantwortlichen und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Meine Zustimmung findet die geänderte, angeblich geschrumpfte Projektierung der Wohnanlage in keinster Weise. Ich verstehe auch nicht die Aussage des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Herrn Breitenbücher, der sich lobend über den durch die neugestaltete Anlage verdichteten Wohnraum geäußert hat. Verdichtung ja, aber bitte nur in einer bereits bestehenden Bebauung und verfügbaren Infrastruktur. Beides ist in diesem über Jahre gewachsenen und naturbelassenen Landschaftsgürtel nicht der Fall.

Ganz im Gegenteil: hier wird - trotz einer auf den vorgefertigten Zeichnungen erst einmal beeindruckenden Begrünung der einzelnen Wohndächer - durch die unveränderte Wucht der Bebauung Natur und Lebensraum der Tiere auf Dauer zerstört. Verantwortungsvolle ökologische Politik endet eben nicht an den Stellplätzen für E-Bikes. 

Offensichtlich fehlt es auch an Weitblick, was die Auswirkungen einer derartigen Besiedelung mit seinen insgesamt 93 Wohnungen in puncto Verkehrsaufkommen für den Ortsteil Herschfeld angeht. Es dürfte inzwischen bekannt sein, dass Herschfeld durch den immens zugenommenen Klinikverkehr leidet und ein vernünftiges Konzept zur Entlastung der Bürger bisher nicht zu erkennen ist. Sollte der Bau einer derartig gewaltigen Wohnanlage realisiert werden, würde Herschfeld schon allein aufgrund der siedlungsbedingten Versorgungsfahrten der neuen Bewohner noch mehr durch Abgase und Lärm belastet werden, was eindeutig gegen eine derartig massive Bebauung an diesem Standort spricht. Offensichtlich nimmt man diesen folgenschweren Umstand für die Herschfelder seitens der Verantwortlichen billigend in Kauf.

Ich erhoffe mir anlässlich des Bürgerentscheids am 16. Februar schon allein aufgrund der unabweislichen Folgen für Mensch und Natur ein klares "NEIN" zum Bebauungsplan an der von-Guttenberg-Straße.

Michaela Graf

97616 Bad Neustadt