Oberelsbach

Leserforum: Bitte nicht noch ein Museum!

Zum Bericht über Planungen in Oberelsbach "Marktgemeinde investiert kräftig in den Altort" vom 20. November erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Mit Interesse habe ich den Artikel zur Kenntnis genommen. Mit  noch mehr Verwunderung muss ich feststellen, dass das Gemeindeoberhaupt mehr freiwilligen Aufgaben ihr Augenmerk zuwendet. Ist es nicht genug, dass in Oberelsbach in den vergangenen 15-20 Jahren und mehr, fast ausschließlich der Umwelt- und Naturschutz aus gemeindlichem Steueraufkommen finanziert worden ist. Sicher ist es angenehm, Ausstellungen und Museen vorzuhalten und alte Exponate (Masken und Trachten) zu präsentieren, doch sollte man mit Ressourcen sparsam umgehen und nicht in jedem freien Gebäude derartige Einrichtungen schaffen. Für mich stellt sich nicht die Frage dieser Aufgaben, sondern, dass dies im Landkreis Rhön-Grabfeld fast ausschließlich im Markt Oberelsbach geschehen ist und dies zu Lasten der Bürger geht. Jeder private Haushalt kann so nicht wirtschaften und Kredite über Kredite aufnehmen und so die Prokopf-Verschuldung weit über dem Landesdurchschnitt steigen lassen. Auch sind die steuerlichen Hebesätze des Marktes Oberelsbach am oberen Limit im Vergleich zu ähnlichen Größen-Gemeinden im Landkreis. Was soll der Bürger noch an freiwilligen Aufgaben in Oberelsbach finanzieren ? Wo ist hier die kommunalpolitische Verantwortung gegenüber dem Bürger, die eine sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung verlangt.

Es kann nicht sein, dass mit dem losen Begriff und einer evtl. in Aussicht gestellten Städtebauförderung der Ortskern attraktiv gestaltet und mit Leben erfüllt wird, wenn den Einheimischen in der Grundversorgung (z.B. Gastronomie) dies nicht zur Verfügung steht – geschweige einem Besucher oder Touristen. Ein Museum und noch ein Museum, damit ist dem Bürger in Oberelsbach nicht geholfen; auch sollten die Verantwortlichen die künftigen Folgekosten für diese freiwilligen Aufgaben beleuchten. Wenn für den Bürger Einrichtungen geschaffen werden sollen, die der Daseinsvorsorge dienen, werden diese Kosten als unwirtschaftlich abgetan !

Ich sehe im erworbenen Anwesen „Marktstraße 11“ eher die Chance, dem Bürger etwas zu bieten, hier ein Tagespflegeheim oder ähnliches für ältere Mitbürger unterzubringen. Dabei wäre auch der Umwelt geholfen, da der Transport dieser Personen und eine zusätzliche körperliche Belastung entfällt.

Immer mehr freiwillige Aufgaben übernimmt der Markt Oberelsbach und sieht dabei nicht wie den älteren Bürgern nichts anderes übrig bleibt als in den umliegenden Gemeinden die Pflege- und Altenheimplätze zu nutzen. Es werden mehr und mehr Anwesen erworben, doch ich kann nur hoffen, dass man sich bald darauf besinnt, für diesen Personenkreis etwas zu tun, der der  jungen Generation die heutigen Annehmlichkeiten  alles ermöglichte. Andere Gemeinden hatten hier Weitblick und schaffen Einrichtungen für Wohnen und Betreuung im Alter.

Es sollten sich die kommunalpolitischen Vertreter auch einmal Gedanken machen, wieso die Gesamtpolitische Lage so angespannt ist und dass man nicht jedem Landes- und Bundespolitiker nach dessen Pfeife reden soll. Und schon gar nicht, wenn diese Personen mit hohen Fördermitteln locken – es ist wie ein Lottospiel – viel bekommen, noch mehr hineinstecken !

Wer ist dann der Verlierer ?

Manfred Beetz
97656 Oberelsbach