Wollbach

Freiwillige Feuerwehr Wollbach: Erbost über rabiate Pkw-Fahrer

Kommandant Christian Dufour (links) und sein Stellvertreter René Graumann (rechts) zeichneten Thorsten Reichert für ...

Die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Einsatz- und Rettungskräften, die Missachtung von Absperrungen und verkehrsregelnden Maßnahmen hat inzwischen auch das flache Land erreicht. Bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wollbach wussten die Wehrmänner von verschiedenen Einsätzen zu berichten, bei denen sie mit pöbelnden Verkehrsteilnehmern konfrontiert worden sind. Besonders erbost zeigte sich dabei Christian Werner. Nach seinen Worten hätte ihn ein rabiater Pkw-Fahrer fast auf die Motorhaube aufgeladen, als er auf eine Straßensperrung hingewiesen hatte. Kreisbrandmeister (KBM) Ralf Kirchner, wies darauf hin, dass die Feuerwehrleute in solchen Fällen Amtshilfe für die Polizei leisten. Er konnte allerdings nur raten, freundlich zu bleiben und Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer zur Anzeige zu bringen. "Andere Möglichkeiten haben wir Feuerwehrleute leider nicht."

Kommandant Christian Dufour blickte zunächst auf ein arbeitsintensives Jahr zurück. Insgesamt waren die Wehrleute zu 16 Einsätzen ausgerückt, darunter zwei  Brandbekämfungen, technische Hilfeleistungen, Verkehrssicherungsmaßnahmen und Sicherheitswachen. Während der Einsätze waren insgesamt 391 Arbeitsstunden angefallen. Zusätzlich waren noch zehn Übungen abgehalten worden, wobei sich der Kommandant über die gute Beteiligung freute. Zahlreiche Lehrgänge waren absolviert und auch eine Leistungsprüfung erfolgreich bestanden worden. Bedauerlich fand es Christian Dufour, dass nur sieben Atemschutzgeräteträger zur Verfügung stehen. Allerdings stimmte ihn das Mitwirken zweier junger Kameraden positiv. Insgesamt zählt die Wollbacher Wehr 36 aktive Floriansjünger. Darunter neun Atemschutzgeräteträger, 18 Maschinisten und sieben Feuerwehrfrauen.

Umbau und Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses

Deutliche Kritik übte er daran, dass man auch nach zwei Jahren in Sachen Umbau und Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses noch nicht wesentlich weitergekommen sei. "Die Unterbringung in der alten Raiba-Lagerhalle ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Das Projekt sollte heuer endlich mal merklich Fahrt aufnehmen", forderte er.

Vorsitzender Joachim Hoch ging auf die letztjährigen Vereinsaktivitäten ein, wobei der Ausflug nach Frankfurt mit Besuch der Flughafen-Feuerwehr der absolute Höhepunkt war. Einen wichtigen Termin bat er sich vorzumerken: Am 15. und 16. Mai 2021 soll das 150-jährige Bestehen zünftig begangen werden. Über zwei Neuzugänge konnte sich Jugendwart Klemens Werner freuen, der nun insgesamt sechs Nachwuchs-Feuerwehrler unter seinen Fittichen hat. Zehn Übungsabende mit Erste-Hilfe-Ausbildung, Fahrzeugkunde, Knotenbinden usw. wurden durchgeführt. Sophia Schreiner, Denis Teker, Hannes Bruckmüller, Emely Schmitt und Emely Werner absolvierten erfolgreich den Wissenstest.

Seit 25 Jahren bei der Feuerwehr

Über die finanzielle Entwicklung des Feuerwehrvereins informierte Kassenwart Lukas Romeis. Die beiden Kassenprüfer Peter Benkert und Klaus Schneyer bescheinigten ihm eine einwandfreie Kassenführung. Viel Lob gab es für Thorsten Reichert, der durch den Kommandanten für seine 25-jährige aktive Dienstzeit geehrt wurde, alle Leistungsabzeichen errungen hat und zudem als Atemschutzgeräteträger zur Verfügung steht. Per Handschlag wurde Christoph Manger zum Feuerwehrmann ernannt.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Thomas Bruckmüller, dass die Feuerwehr "das Universalinstrument der Gemeinde ist und auch bleibt". Wie später Kreisbrandmeister Ralf Kirchner lobte auch er das Engagement und die Einsatzbereitschaft. Zum Thema "Feuerwehrgerätehaus" konnte er berichten, dass die Regierung von Unterfranken bei ihrer Prüfung der eingereichten Unterlagen einige mehr oder weniger bedeutende sicherheitsrelevante Einwände vorgebracht hat, die nun noch bei einem Termin mit dem Architekten besprochen werden. Eventuell wird noch ein kleiner Anbau für die Jugendfeuerwehr benötigt. Insgesamt sei die Verbesserung der Situation vordringlich.

Kinderfeuerwehr eventuelle auf VG-Ebene

Eine vom Jugendwart angesprochene Kinderfeuerwehr könne er sich gegebenenfalls auf VG-Ebene vorstellen. Insgesamt sei eine solche Einrichtung wünschenswert, da die Kinder noch begeisterungsfähig wären.

Recht unproblematisch und unspektakulär gingen die turnusmäßigen Neuwahlen über die Bühne. Unter der Leitung von Altbürgermeister Alois Gensler und 2. Bürgermeister Andreas Schlagmüller wurde Christian Dufour als Kommandant für die nächsten sechs Jahre ebenso bestätigt wie Vorsitzender Joachim Hoch für die kommende Amtsperiode, die wiederum drei Jahre dauert. Ebenso lange fungiert Christian Dufour als 2. Vorsitzender. Stellvertretender Kommandant bleibt René Graumann. Über die Finanzen des Vereins wacht auch künftig Lukas Romeis, während Christian Werner die nächsten drei Jahre das Amt des Schriftführers innehat. Die Kassenprüfung liegt auch künftig in den Händen von Peter Benkert und Klaus Schneyer. Zu Vertrauensleuten wurden Nathalie Werner und Sascha Pfister gewählt.