Bad Neustadt

Die Nachfrage nach FFP2-Masken im Landkreis ist groß

FFP2-Masken sind ab Montag Pflicht, zumindest beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ab nächsten Montag ist das Tragen von FFP2-Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften Pflicht. Aber gibt es überhaupt genug Vorräte? Bei einer Aktion Anfang Dezember, als Masken kostenlos an die Bevölkerung über 60 Jahre ausgegeben worden sind, hat es Engpässe gegeben. Wir erkundigten uns bei Apotheken und Drogerien daher nach der aktuellen Situation.

"Die Nachfrage ist groß", war der Tenor der befragten Verkaufsstellen. Bei der Löwen-Apotheke in Bischofsheim hätten sich laut Inhaber Jörg Rössler sogar schon Schlangen gebildet. Das hänge aber auch damit zusammen, dass nur eine begrenzte Zahl von Personen in den Verkaufsraum dürfe und ein erhöhter Beratungsbedarf bestehe.

Warnung vor Billigprodukten

Die Stimmung innerhalb der Kundschaft sei unterschiedlich. Die Mehrheit äußere jedoch Verständnis für die weitere Verschärfung der Hygienevorschriften, erklärt der Apotheker. Sein Personal trage schon seit Anfang Dezember den verbesserten Mundschutz. Meist werden nur kleinere Mengen eingekauft, aber er habe ohnehin ausreichend Vorräte in den Regalen. Rössler warnt davor, auf Billigprodukte zurückzugreifen, denn die erfüllten häufig nicht den geforderten Standard.

Gundula Weigand, Inhaberin der Stadtapotheke in Bad Königshofen, hat sich nach eigener Aussage sogar extra noch einmal rückversichert, dass ihre eingekaufte Ware auch tatsächlich der geforderten Norm entspricht. Die Beschaffung von Nachschub sei überhaupt kein Problem, aber sie habe ohnehin 20 000 Masken vorrätig, "das müsste erst einmal reichen."

Ausgabe von Bezugsscheinen funktioniert noch nicht

Was nicht funktioniert, ist die Ausgabe von Bezugsscheinen für Menschen über 60 Jahre. Eigentlich sollten die Gutscheine für sechs Masken an diese Bevölkerungsgruppe schon längst verteilt worden sein. Doch habe es angeblich Verzögerungen im Druck gegeben, so dass die Ausgabe noch nicht erfolgt sei.

Gerade einmal ein Bezugsschein sei bisher in der Mellrichstädter Rhön-Apotheke vorgelegt worden, berichtet Mitarbeiterin Lena Rydzeck. Somit müssen Kunden aller Altersklassen die Masken kaufen und trotzdem sei die Nachfrage gewaltig - aber nicht so stark wie beim Ansturm im Dezember, als es schon einmal eine Aktion zur kostenlosen Ausgabe der Masken gegeben habe. Einen Engpass gebe es aber derzeit nicht.

Ein Teil der Kundschaft sei jedoch genervt über die weitere Verschärfung der Auflagen, stellt die Apothekerin fest. Andere äußerten Verständnis und sehen die Notwendigkeit der Anordnung ein.

Teilweise aber auch wenig erfreuliche Reaktionen

Einige wenig erfreuliche Reaktionen erlebte Katharina Werner, Filialleiterin in der dm-Drogerie in Bad Neustadt. Das hänge aber damit zusammen, dass nach dem Ansturm ab vergangenen Dienstag die Masken ausgegangen seien. Einige Kunden hätten dafür wenig Verständnis gezeigt und ihren Frust an den Mitarbeitern ausgelassen.

Die Nachfrage sei immer noch hoch, "das Telefon steht nicht still und wir hätten den Umsatz unseres Lebens machen können." Jetzt hofft die Filialleiterin, dass bis spätestens Anfang nächster Woche die Regale wieder gefüllt werden können.

Auch die Ahorn-Apotheke in Saal war schon einmal ausverkauft gewesen. Angestellte Magdalena Weyer berichtet, dass bei der ersten Aktion im Dezember die Lager für mehrere Tage leer gewesen seien. Diesmal sei der Nachschub gesichert und genügend Material vorrätig, auch wenn die Nachfrage wieder enorm sei.

Auch wenn diesmal alle Kundenwünsche erfüllt werden, sei der deutlich überwiegende Teil der Kundschaft jedoch recht ungehalten über die neueste Entwicklung. Wieder neue Anordnungen und Verschärfung von Schutzvorkehrungen, dazu die Notwendigkeit zum Kauf der Masken - das passe nicht jedem.