Brüchs

Fladungen: Ramona Ditzel-Späth will Bürgermeisterin werden

Fühlt sich in ihrer Heimat, wie hier in ihrem Wohnort Brüchs, pudelwohl und will im kommenden Jahr Bürgermeisterin ...

Wenn es um die Frage geht, wer im kommenden Jahr als Bürgermeister die Geschicke in Fladungen leitet, tappte man bislang noch vollends im Dunkeln. So lässt unter anderem die bisherige Amtsinhaberin Agathe Heuser-Panten zum jetzigen Zeitpunkt eine neuerliche Kandidatur noch offen und will sich Ende Oktober dazu äußern, wie es aus der VG Fladungen auf Nachfrage dieser Redaktion heißt. Nun wagt sich aber eine erste Anwärterin aus der Deckung und wirft ihren Hut in den Ring: Ramona Ditzel-Späth, die Frau des 2012 verstorbenen, ehemaligen Fladunger Bürgermeisters Herbert Ditzel.

Was hat die 52-Jährige, die mit ihrem Lebensgefährten, ihrem Sohn und ihrer Hündin Lilly im kleinen Fladunger Ortsteil Brüchs wohnt, zu diesem Schritt bewegt? "Die Überlegungen sind über Monate gereift", erklärt sie. Einige Bürger seien auf sie zugekommen und hätten sie gefragt, ob sie sich nicht vorstellen könne, Bürgermeisterin zu werden. Der Auslöser und "Schuld" war aber letztlich gewissermaßen die Zeitung, in der Anfang des Jahres über die Vorstellung der neuen Sulzgau-Chronik mit Gerhard Schätzlein berichtet wurde und bei der auch Ditzel-Späth mit von der Partie war. "Da hat er über mich gesagt, dass ich, so wie ich rede, die Heimat einfach lieben muss. Und wenn das ein fremder Mensch schon merkt, dann ist das ein Zeichen, um etwas zu tun".

Sehr aktiv für die Heimat

Dass Heimatliebe bei Ramona Ditzel-Späth nicht nur eine Worthülse ist, sondern auch gelebt wird, diesen Eindruck gewinnt man, wenn man der gelernten Hotelfachfrau zuhört. So hat das selbsternannte "Wirtshausmädel", das in der Lindenstraße in Brüchs oberhalb der ehemaligen Gaststätte wohnt, auch schon einiges für die Heimat im Allgemeinen und für Fladungen im Besonderen getan. Sei es als Stadt- oder Kräuterführerin, aktiv beim Nordic-Walking oder in der Funktion als Reiseleiterin. Aktuell zeigt sie an Wochenenden an der Infostelle am Schwarzen Moor und am Wanderparkplatz "Schornhecke" unterhalb vom Heidelstein Wanderern und Touristen die Vorzüge der Rhön auf.

"Ich will meine Geschicke so einsetzen, dass jeder Bürger in und um Fladungen davon profitiert."
Ramona Ditzel-Späth 

Naturschutz und die Arbeit dafür ist aber nur ein Aspekt von vielen, der der mehrfachen Oma am Herzen liegt. Auch der Lichtschutz mit dem Sternenpark Rhön sei laut Ditzel-Späth sehr wichtig, "um die Menschen zu sensibilisieren, was Lichtschutz überhaupt bedeutet". Eine weiterhin intakte Infrastruktur und Nahversorgung sowie die Wirtschaft und den Tourismus anzukurbeln sind weitere Punkte für sie, frei nach dem Motto: "Vorhandene Werte erhalten und neue schaffen". Damit meint sie auch, jungen Menschen, die in der vergangenen Zeit wieder zurück nach Fladungen gekommen sind, eine Perspektive für einen dauerhaften Verbleib zu geben. Schließlich habe Fladungen noch weitaus mehr zu bieten als lediglich das Freilandmuseum, das viele sofort mit dem Ort in der Rhön verbinden.

Wieder mehr miteinander reden

Den Zusammenhalt allgemein in Fladungen zu fördern, das ist ein ganz elementares Ziel von Ramona Ditzel-Späth, sollte sie im März kommenden Jahres auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen. "Wir müssen wieder alle an einem Strang ziehen. Es ärgert mich, dass man nicht immer aufeinander zugeht und redet. Ich habe manchmal das Gefühl, dass man erst etwas erfährt, wenn schon alles erledigt ist", kritisiert sie. Als lebensbejahender Mensch solle daher laut ihrer Aussage die negative Energie nicht dazu führen, dass dann keine positiven Gedanken mehr gefasst werden können. 

Positive Gedanken hat sie einige, wenn sie unter anderem auf das Thema Veranstaltungen zu sprechen kommt. So sollen einige Veranstaltungen, die in der Vergangenheit eingeschlafen sind, wieder neues Leben erhalten. "Wir haben auch eine so tolle Stadtmauer und einen Stadtgraben. Da könnte man zum Beispiel ein Mittelalterfest veranstalten", schlägt sie vor.

Genügend Unterstützer sind notwendig

Ob Ramona Ditzel-Späth ihre Visionen als Bürgermeisterin umsetzen kann, hängt auch davon ab, ob sie die erste rechtliche Hürde für eine Kandidatur nimmt. Im Rathaus war sie schon, nun muss sie genügend Unterstützer finden, die hinter ihrer Kandidatur stehen und auf einer entsprechenden Liste unterschreiben. Bei rund 3000 Einwohner in Fladungen sind dies circa 60. Es folgt eine nötige Nominierungsveranstaltung, wahrscheinlich im November. "Da bin ich guten Mutes, dass das klappt", erklärt Ditzel-Späth, die ohne Unterstützung einer bestehenden Partei antritt, mit einem Lächeln im Gesicht. Sie könne man nicht in eine Partei pressen. "Ich will meine Geschicke so einsetzen, dass jeder Bürger in und um Fladungen davon profitiert."

Dass das Amt des Bürgermeisters auch einmal "Bauchschmerzen" verursachen könne, wie sie selbst sagt, ist für sie kein Grund zur Abschreckung, im Gegenteil: "Da mein Mann Bürgermeister war, weiß ich, dass nicht immer alles fröhlich ist. Dass nehme ich sehr gerne für die Gemeinschaft in Kauf". 

Wie sie ihre Chancen auf einen Wahlsieg sieht, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt auch aufgrund der noch unklaren Bewerberlage nicht einschätzen. Ihr Lachen wird sie aber unabhängig vom Wahlausgang wohl eher nicht verlieren, was auch das pragmatische Schlusswort unterstreicht: "Wenn die Leute mich wollen, wählen sie mich. Wenn nicht, dann eben nicht".