Bastheim

Bastheim: Schicksal des Rathauses noch einmal vertagt

Lange wurde um eine Erweiterung eines Baugebiets in Braidbach gerungen. Jetzt sollen die Pläne umgesetzt werden.

Es sollte eigentlich die Sitzung sein, in der sich die Zukunft des Rathauses entscheidet. Doch es kam anders. Die Abstimmung, ob sich Bastheim einer Verwaltungsgemeinschaft anschließt, wurde erst einmal vertagt.

Schon lange trägt sich die Gemeinde Bastheim mit dem Gedanken, die eigene Verwaltung aufzugeben und sich einer Verwaltungsgemeinschaft anzuschließen. Auslöser war unter anderem, dass Geschäftsführer Klaus-Dieter Hahn in den Ruhestand geht und die Gemeinde unter Umständen günstiger fährt, wenn sie die Verwaltungsarbeit in andere Hände gibt. Sitzungsleiter stellvertretender Bürgermeister Werner Fuchs machte zu Anfang der Beratung auf die weitreichende Bedeutung der Entscheidung aufmerksam. Er wies darauf hin, dass vier Gemeinderäte, inklusive Bürgermeisterin Anja Seufert, abwesend seien. Insbesondere das Fehlen der Bürgermeisterin betrachteten mehrere Gemeinderäte als Grund, die Entscheidung zu vertagen. Mit acht gegen drei Stimmen sprach sich die Mehrheit letztendlich für eine Verschiebung aus. Fuchs drang jedoch darauf, dass bei der nächsten Sitzung auf jeden Fall über die Frage ein Beschluss fallen soll.

Aus dem Zuschauerraum kam die Frage, inwiefern die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess eingebunden worden ist. Fuchs verwies jedoch auf das Mandat der gewählten Volksvertreter, deren Aufgabe es sei, solche Entscheidungen zu treffen.

Bautätigkeit in der Gemeinde wird steigen

Fest steht hingegen, dass in den nächsten Jahren wohl die Bautätigkeit in der Gemeinde steigen wird, denn es soll verstärkt Bauland geschaffen werden. Nachdem schon bei einer vorhergehenden Sitzung ein Entwurf für das geplante Baugebiet Auszugsäcker in Wechterswinkel vorgestellt worden war, konkretisieren sich nun die Pläne. 15 Bauplätze sind vorgesehen, denen eine große Gestaltungsfreiheit zugestanden wird. Die Gemeinderäte waren mit dem Plan einverstanden und wollen nun die weiteren Verfahrensschritte einleiten.

Gleiches gilt für das in Bastheim vorgesehene Baugebiet am südlichen Dorfrand. Auch für diesen Bereich hatte das Planungsbüro von Alexander Albert einen Entwurf vorgelegt, dem die Räte weitgehend zustimmten. Das gleiche Prozedere soll für die Erweiterung des Gewerbegebiets "Mühltor" vorgenommen werden, legte das Gremium fest.

Schon weiter ist die Gemeinde mit der Erweiterung des Baugebiets "Hundsäcker" in Braidbach. Der verantwortliche Planer legte jetzt eine Kostenschätzung für die Erschließung von sechs Bauplätzen vor. Danach liegt die Gesamtinvestition bei knapp einer halben Million Euro, pro Quadratmeter wären das etwa 34 Euro, "womit das Vorhaben jetzt deutlich günstiger ausfällt als in früheren Planungen", stellte Fuchs fest. Das Büro soll jetzt die Ausschreibung vornehmen, damit im Frühjahr die Arbeiten durchgeführt werden können.

Förderkonzept der Streutalallianz übernommen

Die Gemeinde Bastheim übernimmt außerdem ein Förderkonzept der Streutalallianz, mit dem Ortskerne belebt werden sollen. Darin ist die Förderung von Sanierungen älterer Häuser vorgesehen. Mit bis zu 10 000 Euro können damit die einzelnen Vorhaben unterstützt werden.

Eine unangenehme Überraschung hatte der Bauausschuss bei einem Ortstermin im Kindergarten Reyersbach erlebt, berichtete Fuchs weiter. Bei den begonnenen Sanierungsarbeiten sind weitere Schäden zutage getreten, die die Gesamtkosten auf bis zu 75 000 Euro hochtreiben. Das sind etwa 25 000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Fuchs sah aber keine Möglichkeit, eine Reparatur zu umgehen, so dass das Gremium den Mehraufwand absegnete.

Sanierung der alte Schule vor dem Abschluss

In Unterwaldbehrungen geht die Sanierung der alten Schule langsam ihrem Ende entgegen. Das Gremium vergab jetzt noch die Malerarbeiten an die Firma Fischer für 38 000 Euro. Während dieser Betrag etwa im vorgesehenen Rahmen blieb, schießen die Kosten für Schreinerarbeiten gewaltig in die Höhe, stellte Fuchs fest: Statt der ursprünglich geschätzten Kosten von 13 000 Euro ergab das Angebot eine Auftragssumme von deutlich über 40 000 Euro. Daher soll versucht werden, den Auftrag etwas abzuspecken.

Ferner vergab das Gremium Elektroarbeiten an dem gemeindlichen Anwesen in der Hauptstraße für 11 000 Euro an die Firma Memmel, Schönau. Außerdem wird die Parkfläche bei dem Grundstück für 8800 Euro durch die Firma Behringer erweitert. Für die Kirche in Rödles wird eine neue Steuerung der Turmuhr angeschafft, die auf 2300 Euro kommt und die die Kirchenverwaltung mit 500 Euro bezuschusst. Schließlich vergab das Gremium noch einen Auftrag für Trinkwasseruntersuchungen, die bei der Firma Graser, Schonungen,  auf 2800 Euro kommen.

Verabschiedet wurde außerdem ein Katalog an Förderrichtlinien für die Unterstützung der örtlichen Vereine und Institutionen. Grünes Licht gab es zu guter Letzt für ein Wohnhaus in Rödles.