Fladungen

Habermann: Freilandmuseum Fladungen sollte die Menschen anziehen

Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen aus der Vogelperspektive.

Landrat Thomas Habermann ist ein Verfechter des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen. Das zeigte sich bei der Zusammenkunft des Zweckverbandes in Würzburg. Gerade jetzt, wenn die Menschen bedingt durch Corona mehr Zeit haben, sollte ein Besuch im Freilandmuseum anstehen. "Es ist ein tolles Museum mit vielen Attraktionen. Vor allem unsere Tiere, aber auch die besonderen Angebote mit einem Abschluss im Biergarten des Museums sollten die Menschen anziehen." So schwärmte Habermann, derzeit Vorsitzender des Zweckverbandes. Museumsleiterin Ariane Weidlich gab einen Einblick in die aktuellen Zahlen seit der Eröffnung am 11. Mai. Bisher waren es 9590 Gäste, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 32 Prozent. Allerdings zeige sich auch, dass die Besucher wieder mehr Interesse an Kulturangeboten hätten.

Die Tiere im Museum sind neben den historischen Fachwerkhäusern und sonstigen Angeboten vor allem ein Highlight.

Weidlich verwies in ihrem Bericht auf die Maßnahmen, die aufgrund der Corona-Pandemie zur Eröffnung notwendig waren. Dazu gehörte ein Hygienekonzept und die Besucherlenkung. Höchstens 560 Gäste dürfen sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten. Der Pfingstmontag war bislang der besucherstärkste Tag mit fast 750 Gästen. Bis Ende August sind die Eintrittspreise reduziert. Nachdem Gruppen wegfallen, gibt es nur drei Preiskategorien: Der normale Eintritt kostet vier statt sechs Euro, die Familienkarte statt 12,50 aktuell 8,50 Euro und der reduzierte Eintritt 2,50 Euro.

Internetauftritt des Museums werde sehr gut genutzt

Die Museumsleiterin verwies auf die Sonderausstellung "100 Jahre Überlandwerk Rhön". Sie soll auch noch 2021 gezeigt werden. Stillgelegt ist derzeit das Rhönzügle und es gibt auch keine buchbaren Programme, ebenso keine Führungen für Schulklassen und allgemeine Führungen. Weidlich stellte kleine Schilder vor, auf denen zu lesen ist: "Die Hütte ist voll! Bitte kurz warten!" Das sei wichtig für die Besuchersteuerung. Wenn eine Familie oder ein Besucher ein Haus besichtigt, wird das Schild an die Türklinke gehängt. Etwas, das nach Meinung von Weidlich sehr gut ankommt und genutzt wird.

Dieses Schild bekommen Besucher und hängen es bei ihren Besuchen an das jeweilige Gebäude.

Mund-Nasen-Schutz muss im Freilandmuseum nur im Eingangsbereich und in der Ausstellung getragen werden. Sehr gut genutzt werde die Internetauftritt des Museums unter dem Motto "Das Freilandmuseum von zu Hause aus." Für Kinder gab es ein interaktives Suchspiel, genannt "Mein Name ist Hase."

Richtfest der Schmiede Waldberg soll am 13. September sein

Im Bereich Gastronomie gab es die Aktion "Wir sind trotzdem für sie da", damit der Museumsgasthof weiter betrieben werden konnte. Weidlich berichtete auch über den Kräutergarten, der eröffnet wurde. Sie wies auch auf das neue Layout im "Haus zum Anfassen", der Hofstelle Leutershausen, hin, das nun auch in englischer Sprache vorhanden ist. Zudem stellte sie die dortigen interaktiven Angebote vor. Englisch sei wichtig, da vor allem im Rhön Park Hotel viele englischsprachige Gruppen sind.

Geplant ist am Tag des offenen Denkmals (13. September) das Richtfest an der Schmiede Waldberg. Hier ist die Übertragung abgeschlossen. Abgeschlossen sind die Arbeiten am Nordgiebel des "Schwarzen Adlers". Was die Neugestaltung des Parkplatzes betrifft, finden aktuell die notwendigen Kontaktaufnahmen zu den Planern und Architekten statt. Vorgesehen ist ein Workshop, gemeinsam mit den Architekten. "Der Vorteil dabei ist, dass wir selbst auch unsere Ideen und Vorschläge einbringen können und nicht ein fertiges Konzept erhalten."

Versicherung übernahm komplett den Schaden an der Museumslok 

Es werde eine App für das Freilandmuseum geben, die über ein Sonderprogramm für Museen in Corona-Zeiten finanziert werden kann. 40 000 Euro soll sie kosten, es werde eine Förderung von 90 Prozent geben. Die Fertigstellung muss bis Ende Oktober erfolgt sein.

Habermann dankte für die Informationen und die zusätzlichen Aufgaben, die sehr gut gemeistert wurden. Sein Dank galt Kulturdirektor Klaus Reder, der dem Museum mit Rat und Tat zur Seite stehe. Andreas Polst, der Geschäftsleitende Beamte, sagte, dass aufgrund der Corona-Pandemie mit einem Einnahmerückgang von rund 200 000 Euro gerechnet werde. Sehr gut würden nach wie vor die Verkäufe im Museumsladen sein, was auch dem Personal zu verdanken sei. Erfreulich sei, dass der Schaden an der Museumslok in Höhe von 600 000 Euro, der bei einem Unfall 2018 entstanden ist, komplett von der Versicherung übernommen wurde. Polst wies ebenfalls auf die Einbußen bei den Eintritten, aber auch im Museumsladen und durch die nicht fahrende Museumsbahn hin. Deshalb müsse die Rücklage angegriffen werden. Er erklärte jedoch: "Wir haben in den vergangenen Jahren einen Puffer geschaffen, den wir nun nutzen können."

Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Museumsbahn noch unklar 

Helmut Kleinschroth vom Finanzreferat erwähnte ebenfalls den Unfall der Museumslok und sagte, dass die Lok und die Waggons in Meiningen wieder instand gesetzt wurden. Bisher konnte die Lok noch nicht mit Last getestet werden. Sie könne aber sowieso noch nicht in Betrieb gehen, weil dazu ein Hygienekonzept notwendig wäre. Die Eisenbahnfreude Untermain können dies allerdings nicht erbringen, auch das Museum nicht. Deshalb sei unklar, wann der Zugbetrieb wieder aufgenommen werden könne.