FUSSBALL LESERBRIEF

Leserbrief zu ,,Ein Witz"

Zum Artikel „Ein Witz“ in der Ausgabe vom 12. März zur Spielabsage des Bezirksligaspiels FC Strahlungen gegen DJK Dampfach

Zum Artikel „Ein Witz“ in der Ausgabe vom 12. März zur Spielabsage des Bezirksligaspiels FC Strahlungen gegen DJK Dampfach

Es ist so eine Sache mit der Wahrnehmung und der Kommunikation. Halten wir uns an die Fakten. Bereits zwei Tage vor dem Spiel war der örtlichen Presse zu entnehmen, dass der FC-Coach unbedingt auf dem Hartplatz spielen will. Verbunden mit dem Nebensatz, „wenn das Wetter einigermaßen mitspielt“. Laut seiner Aussage hat es aber am Samstag, also einen Tag vorher, den ganzen Tag geregnet. Die Platzbegehung fand durch das Gespann auf dem gesamten Spielfeld statt. Entgegen den Aussagen von Herrn Hein haben wir uns also sehr wohl die Schuhe dreckig gemacht. Leider konnte ich die „Verantwortlichen“ nur am Spielfeldrand erkennen. Dort, wo die saubere Grasnarbe beginnt. Auch der FC-Coach hat sich erst an einer angemessenen Stelle ein paar Meter zu uns auf das Spielfeld begeben. Weiterer Fakt ist, dass die Aussage von Herrn Hein, „der Hartplatz wäre nicht Bezirksligatauglich“, so nie gefallen ist. Der Platz wurde von den entsprechenden Gremien des BFV abgenommen. Also würde dies ein Schiedsrichter nie bemängeln. Es sei denn, es wurden offensichtliche Veränderungen am Platzaufbau vorgenommen. Wenn die Verantwortlichen dann noch Aussagen tätigen wie „wir haben jedes Jahr diese Platzprobleme wegen dem Wetter“ oder „wir wissen gar nicht mehr wann wir unsere abgesagten Spiele nachholen sollen“ und weiter „wir brauchen die Einnahmen, wir haben bei jedem Heimspiel 200 Zuschauer“ sowie den zwei Tage vorher erschienen Artikel zu diesen Aussagen hinzuzählt – ja dann wissen wir schon vor der offiziellen Mitteilung, wer die Schuldigen sind. Wir, die Schiedsrichter. Macht sich einfach besser. Und da ist die Aussage, „dass es einen schönen Zeitungsartikel“ geben wird, noch gar nicht einbezogen. Das erfuhren wir ja erst bei der Verabschiedung und nach Reinigung unserer Schuhe. Und was man von uns hält auch. Dass es aber die Möglichkeit von Platzanmietungen bei anderen Vereinen und sogar die Möglichkeit eines Heimrechtstausches gibt. Nein, das bleibt mal lieber unerwähnt. Denn das kostet ja Geld. Schön finde ich das Bild mit dem Hinweis, dass der Platz fürs Training gut genug war. Bei jedem Fußballspiel traben auch nur elf Spieler über den Platz und nicht 22, die um den Ball kämpfen. Zu der Aussage, „es wurde schon bei schlechteren Platzverhältnissen gespielt“, möchte ich mich nicht äußern. Das kann niemand mehr nachvollziehen und ist auch kein Grund, ein Spiel stattfinden oder auch nicht stattfinden zu lassen. Der Schiedsrichter entscheidet am Tag des Spieles vor Ort. Oder der Heimverein ist schneller und sagt es von sich aus ab. Und oberste Prämisse hat die Gesundheit der Spieler. Auch wir hätten dieses Spiel gerne durchgeführt. Ebenso die Gastmannschaft. Es wurde auch klar kommuniziert, dass auf dem Rasenplatz angepfiffen worden wäre. Das Spiel hätte also stattfinden können. Diese Entscheidung hat aber der Heimverein zu treffen und nicht der Schiedsrichter. Letztendlich bleiben von diesem Tag für uns als Team: Unwahrheiten, Vorwürfe sowie die warmen und netten Worte bei der Verabschiedung. Aber diese gehören ja mittlerweile zum Standard. Ach ja und für mich persönlich vier Stunden Aufwand für 7,50 Euro. Herzlichen Dank hierfür.

Letztendlich möchte ich zum eigentlichen Grundgedanken eines jeden Spieles zurückkommen. Dem Fairplay allen beteiligten Parteien gegenüber. Das bedeutet auch Entscheidungen zu respektieren und zu akzeptieren. Dem Gast, dem Schiedsrichter-Team und allen weiteren Beteiligten gegenüber. Dem Verein und den Verantwortlichen wünsche ich viel Erfolg beim Bau des neuen Kunstrasens, welcher noch in diesem Jahr fertig werden soll.

Ralf Weber
einer der eingeteilten Linienrichter des abgesagten Spiels
97267 Himmelstadt