TISCHTENNIS BUNDESLIGA

Bewährungschance für Majoros und Zeljko

Sollte es zum entscheidenden Schlussdoppel zwischen dem TSV Bad Königshofen (links Kilian Ort und rechts Bence ...

Tischtennis (rd)

Bundesliga Männer

 

1. (1.) TTF Ochsenhausen 13 11 0 2 34 : 17 22 : 4  
2. (2.) TTC Schw. Bergneustadt 13 10 0 3 34 : 20 20 : 6  
3. (3.) Borussia Düsseldorf 13 10 0 3 34 : 22 20 : 6  
4. (4.) 1. FC Saarbrücken 12 9 0 3 31 : 20 18 : 6  
5. (5.) Post SV Mühlhausen 12 8 0 4 28 : 18 16 : 8  
6. (6.) TTC Fulda-Maberzell 13 6 0 7 24 : 22 12 : 14  
7. (7.) TTC Zugbrücke Grenzau 13 5 0 8 23 : 28 10 : 16  
8. (8.) TSV Bad Königshofen 13 5 0 8 22 : 29 10 : 16  
9. (9.) ASV Grünwettersbach 13 3 0 10 23 : 32 6 : 20  
10. (10.) SV Werder Bremen 13 3 0 10 19 : 33 6 : 20  
11. (11.) TTC indeland Jülich 12 0 0 12 5 : 36 0 : 24  

 

Sonntag, 13. Januar, 15 Uhr: Fulda-Maberzell – Zugbrücke Grenzau

Bad Königshofen – ASV Grünwettersbach

SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken

Borussia Düsseldorf – Post SV Mühlhausen

TTF Ochsenhausen – TTC indeland Jülich

 

TSV Bad Königshofen – ASV Grünwettersbach

Die Gäste aus dem Ortsteil von Karlsruhe sind wie der TSV Bad Königshofen Teil eines Hauptvereins mit mehreren Abteilungen, nur um einige Nummern größer und völlig anders strukturiert als die anderen Liga-Konkurrenten. Während die anderen acht Mannschaften der Liga das Aushängeschild reiner Tischtennis-Vereine sind, ist Werder Bremen ein Anhängsel des Fußball-Bundesligisten. Gemeinsam haben der TSV und der ASV nur noch, dass sie beide in Bremen 3:0 gewannen, der TSV im August, der ASV kurz vor Weihnachten. Das Gesicht des Kaders der Gäste hat sich im Vergleich zur letzten Saison zur Hälfte verändert. Die neue Mannschaft hat in dieser Saison aber zwei völlig unterschiedliche Gesichter gezeigt. Vom letzten Jahr gehören nur noch Kilian Orts Freund aus gemeinsamen Jahren in der Jugend-Nationalmannschaft Dang Qiu und Ricardo Walther dem Kader an, beide Nationalspieler wie Ort. Während der U21-Vize-Europameister Qiu etwa auf Augenhöhe mit Ort zu sehen ist, steht Walther (28), Nummer 37 der Weltrangliste, etwas näher am harten Kern, der für Olympia 2020 in Tokio in Frage kommt.

Keine Geschenke für den Freund

Gegangen ist der Engländer Sam Walker. Einer der erfolgreichsten Spieler der letzten Saison, der Japaner Morizono, spielt in diesem Jahr in der neu gegründeten J-League. Die Neuerwerbungen deuten allerdings auf das Potenzial des Vereins hin. Stabilität bringen sollte der slowenische Routinier Bojan Tokic, der in Saarbrücken dem Ex-Königshöfer Darko Jorgic weichen musste. Er ist immerhin Weltranglisten-49. und schlug im Hinspiel Kilian Ort mit 3:2. Tokic feiert zudem am Sonntag seinen 38. Geburtstag. Zweiter Neuzugang ist der Inder Sathiyan Gnanasekaran (26), WR-31. Er und Walther haben mit 6:4 bzw. 8:7 knapp positive Bilanzen. Der 50-kg-Mann hat im Hinspiel zusammen mit Qiu das Entscheidungsdoppel gegen Oikawa/Majoros 3:2 und damit das ganz Spiel gewonnen. Zwei gewonnene Weltcupturniere und zwei Mal Gold bei den Commonwealth-Spielen zählen zu seinen größten Erfolgen. Der Doppelspezialist und Penholder-Spieler Dang Qiu, im Jugendalter über fast ein Jahrzehnt Partner von Kilian Ort, hat in dieser Saison nur ein Doppel, jenes gegen Oikawa/Majoros, mit dem ASV gewonnen, vier Mal mit 2:3 verloren. Was gleichbedeutend mit vier denkbar knappen 2:3-Niederlagen gegen die aktuellen Play-Off-Kandidaten Düsseldorf, Ochsenhausen (nach 2:0-Führung), Saarbrücken und Bergneustadt ist und den ASV auf den drittletzten Platz (6:20) zurück warf.

Teilnahme am Pokal-Final-Four

Dieses Gefühl, nach über drei Stunden Kampf auf Biegen und Brechen gegen große Gegner am Sieg zu schnuppern und dann doch mit leeren Händen dazustehen, kennen die Grünwettersbacher, die dem WR-Durchschnitt nach ein Spitzenteam sein müssten, noch besser als die TSV?ler. Entschädigt haben sie sich, als sie gegen Bad Königshofen selber einen 0:2-Rückstand noch drehten, und mit ihrem zweiten Gesicht, dem Pokal-Gesicht. Im DTTB-Pokal-Viertelfinale bezwangen die Schwaben Borussia Düsseldorf (mit Timo Boll) mit 3:2 und standen am vergangenen Samstag im Pokal-Final-Four in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm. Hierbei unterlag der ASV im Halbfinale dem SV Werder Bremen mit 1:3.

Noch zweimal ohne Oikawa

Beim Gastgeber wird Mizuki Oikawa in diesem Spiel und in Saarbrücken noch fehlen, gegen Mühlhausen wieder an Bord sein. Noch zwei Möglichkeiten also für Bence Majoros und Filip Zeljko nachzuweisen, dass man auch im nächsten Jahr ein tauglicher Ersatzmann hinter Steger/Ort/Oikawa sein kann. Der noch sieglose Kroate, der sich in Bad Königshofen pudelwohl fühlt, war vom Talent her als Jugendlicher einmal auf Augenhöhe mit Kilian Ort, bekommt sein Spiel aber nicht in die Konfektion, wie er es gern hätte. Ort attestiert dem sonntäglichen Gegner „ein enorm hohes Potenzial“ und ist auch von dessen einzelnen Spielern angetan: „Ricardo Walther gehört zur erweiterten europäischen Spitze, hat ein sehr gutes Ballgefühl und eine extrem hohe Grundsicherheit. Bojan Tokic kann an einem guten Tag jeden Spieler der Liga schlagen. Gnanasekaran blockt super und spielt sehr unkonventionell, was ihn zu einem sehr unangenehmen Gegner macht. Dang Qiu hat an einem normalen Tag Top-50-Niveau. Er hat jede Größe der Liga schon mindestens ein Mal als Gegner gehabt. Ich hatte ihnen vor der Saison die Play-Offs zugetraut, momentan stehen sie zwar noch hinter uns. Ich befürchte aber, dass sie uns noch überholen werden.“ Der TSV 2018/19 hat nämlich auch zwei Gesichter, das mit und das ohne Mizuki Oikawa.