FUßBALL: KREISLIGA RHÖN

Derby wird zum Krisengipfel

Im Hinspiel hatte die SG Urspringen-Sondheim/Rhön (links David Heuring) keine Probleme mit dem FC Fladungen (rechts ...

Fußball

Kreisliga Rhön

 

1. (1.) TSV Trappstadt 16 13 1 2 31 : 10 40  
2. (2.) TSV Großbardorf II 18 11 3 4 41 : 22 36  
3. (3.) SV Ramsthal 16 9 6 1 43 : 22 33  
4. (4.) SV Riedenberg 18 9 5 4 38 : 19 32  
5. (5.) FC Rottershausen 18 9 4 5 42 : 29 31  
6. (6.) FC Strahlungen 18 9 3 6 48 : 40 30  
7. (7.) FV Rannungen/Pfändh./Holz. 16 8 2 6 28 : 21 26  
8. (8.) Burgwallbach I/Bad Neustadt 17 7 4 6 25 : 24 25  
9. (9.) Spfr. Herbstadt 17 7 3 7 31 : 28 24  
10. (11.) TSV Steinach 18 5 5 8 33 : 34 20  
11. (10.) TSV Bad Königshofen 18 5 5 8 22 : 40 20  
12. (12.) FC Bayern Fladungen 18 3 5 10 23 : 37 14  
13. (13.) FC Reichenbach 18 2 8 8 20 : 37 14  
14. (14.) SG Oerlenbach/Ebenhausen 17 4 2 11 25 : 59 14  
15. (15.) SG Urspringen-Sondh./Rh. 17 3 4 10 22 : 34 13  
16. (16.) DJK Wülfershausen 18 3 4 11 34 : 50 13  

 

Samstag, 30. November, 14 Uhr:

Urspringen-Sondh./Rhön – Fladungen (5:0)

(in Urspringen)

Sonntag, 1. Dezember, 14 Uhr:

SV Riedenberg – FC Rottershausen (5:1)

Herbstadt – Burgwallbach/Bad Neust. (2:1)

TSV Trappstadt – FC Reichenbach (3:1)

DJK Wülfershausen – SV Ramsthal (5:7)

Steinach – Rannungen/Pfändh./Holzh. (0:1)

Oerlenbach/Ebenh. – Großbardorf II (1:3)

(in Oerlenbach)

Bad Königshofen – Strahlungen (1:5)

 

 

SG Urspringen-Sondheim/Rhön – FC Fladungen

Aus dem erhofften Befreiungsschlag der SG Urspringen-Sondheim/Rhön wurde nur ein kleiner Schubser. Statt mit einem Dreier im Heimspiel gegen den direkten Konkurrente FC Reichenbach über den Strich zu kommen, gelang nur ein 1:1-Unentschieden. Wobei nach der 2:3-Niederlage in Wülfershausen erneut in einem Direktvergleich gepatzt wurde. Mit dieser Salami-Taktik der kleinen Schritte, nimmt man das 3:3 gegen Ramsthal dazu, kommt man nicht entscheidend vorwärts. Dieses Ergebnis und die knappen 0:1-Niederlagen gegen Trappstadt und in Riedenberg können die Möglichkeiten nur andeuten, die in der Mannschaft von Trainer Markus Herbert stecken. Vom letzten Sieg, dem 5:0 am 22. September gegen Oerlenbach/Ebenhausen, kann man nur noch träumen.

Vor dem letzten Spiel des Jahres gegen den FC Fladungen steht man nun vor einer ähnlichen Situation wie vor Wülfershausen und Reichenbach. Mit einem Sieg könnte man die Plätze tauschen, nimmt das Team von Trainer Matthias Stumpf doch eben diesen begehrten Platz 12 ein, allerdings mit einem mehr ausgetragenen Spiel. „Das letzte Spiel war sehr enttäuschend für uns. Ich wollte trotz Personalengpass unbedingt spielen. Es liegt aber nicht an Personal oder Glück oder Pech. Herbstadt war viel cleverer. Wir sind selber schuld, hatten die erste Viertelstunde vier hundertprozentige Chancen, müssen da zwei, drei Tore machen. So stehen wir nicht umsonst da hinten.“ In Urspringen habe man etwas gutzumachen. Im Hinspiel (0:5) war Stumpf im Urlaub. „Derby, Kellerduell par excellence, was willst du mehr. Ich hoffe auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. Abgeschrieben haben wir uns noch nicht.“

Sportfreunde Herbstadt – SV Burgwallbach/Bad Neustadt

„Man konnte sich keine Wunderdinge erwarten bei der Personalsituation. Deshalb war ich mit dem 1:1 gegen Riedenberg zufrieden“, schloss Alexander Leicht das vorletzte Kapitel, das letzte Heimspiel seines eineinhalbjährigen Engagements in Burgwallbach. Er und der Verein sind einen bislang selten bekannt gewordenen Weg der Beendigung ihrer Zusammenarbeit gegangen. Welcher Trainer schenkt schon drei Monate im Voraus dem Vorstand reinen Wein ein und zieht mit Ankündigung einen Schlussstrich nach dem letzten Spiel vor der Winterpause? Dabei könnten die Stellungnahmen beider Seiten auch ohne die häufig missbrauchte Floskel „im gegenseitigen Einvernehmen“ kaum glaubhafter sein, blieb doch kein Kratzer am gegenseitigen Respekt übrig. „Die bevorstehende Pause tut nicht nur mir, sondern jedem Spielerer Mannschaft gut, um den Akku wieder aufzuladen“, fühlt Alex Erleichterung.

Sowohl vom Tabellenstand (Herbstadt 9./24 – Burgwallbach 8./25) als auch von der angespannten Personalsituation her sieht Leicht „beide Mannschaften auf Augenhöhe. Wobei es bei uns voraussichtlich besser aussieht als die Spiele davor.“ Er rechnet mit fünf Rückkehrern. Pascal Memmler und Janik Weikard sind aber noch verletzt, während Etienne Memmler verhindert ist. „Weil wir wahrscheinlich auf ihrem Hartplatz spielen, schiebe ich Herbstadt die Favoritenrolle zu. Da haben sie doch enorme Vorteile. Natürlich wünsche ich mir zum Abschied einen Sieg, und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter. Ich hatte viel Spaß in Burgwallbach, habe auch viel gelernt, den Spielern konnte ich, denke ich, auch einiges zurückgeben. Ich wünsche der Mannschaft eine bessere Rückrunde, vor allem mit weniger Ausfällen. Dann hat sie nämlich ein großes Potenzial.“ Leicht geht ja nicht in sportliche Frührente. Der Sportredaktion geht aber ein kommunikativer und informativer Gesprächspartner ab.

Die Sportfreunde Herbstadt haben nach vier sieglosen Spielen gegen Fladungen „trotz großer Personalprobleme den erhofften Dreier eingefahren“, so Trainer Martin Naber. Ins Tor musste mit Markus Jeger sogar ein Feldspieler, „der aber einen überragenden Job gemacht und uns den Sieg gerettet hat. Wir wollen jetzt noch einmal drei Punkte holen, um uns weiter von der Abstiegszone abzusetzen, wobei es personell wieder besser aussieht.“ Auch Naber spricht von „Augenhöhe“ und hat besonderen Respekt vor SV-Stürmer Benedikt Floth.

TSV Trappstadt – FC Reichenbach

Die Mischung aus einem Sozialpädagogen und ehemals hoffnungsvollen, aber von schweren Verletzungen geplagten Fußballer muss einfach einen erfolgreichen Trainer ergeben. Zumindest dann, wenn für die jeweilige Liga genügend adäquates und williges Personal vorhanden ist. Beides trifft beim TSV Trappstadt und Martin Beck aus dem Nachbarort Herbstadt zu. Gewiss gibt es noch mehrere Komponenten, die den zwischenzeitlichen Erfolg des TSV begründen. Trappstädter Fußballer-Gene führten einst junge Spieler in die Fremde, von wo sie gut ausgebildet wieder zurück kehrten, beispielsweise Daniel Werner aus Aubstadt. Darüber hinaus haben Gerd Häpp und Winfried Schirling in Trappstadt unverdrossen und besonders nachhaltig die Nachwuchsarbeit hoch gehalten und selber viele gute Spieler ausgebildet. So dass man jetzt stolz verkündet: „Junge Leute haben wir jede Menge.“ Wenn es so gut laufen soll, dann dürfen aber auch nicht so viele Verletzungen dazwischen kommen beziehungsweise muss der Kader qualitativ breit genug aufgestellt sein.

Auch damit konnte Trappstadt punkten, kam auf 13 Siege und ein Unentschieden bei zwei Niederlagen. Da die letzten zwei Spiele ausfielen, schmolz der Vorsprung des Spitzenreiters auf vier Punkte zu Großbardorf II, allerdings mit diesen beiden Nachholspielen in der Hinterhand. Wirken sich diese zwei spielfreien Sonntage nun wegen der Regeneration vorteilhaft aus oder könnten sie dem Rhythmus der Mannschaft geschadet haben? Soll ein weiterer Dreier zum Jahresabschluss dazu kommen, darf man diesen Gegner auf keinen Fall unterschätzen. Reichenbach hat zuletzt in Urspringen und in Herbstadt zwei Unentschieden geholt und möchte den Relegationsplatz 13 verlassen – aber nicht Richtung direkter Abstiegsplatz.

DJK Wülfershausen – SV Ramsthal

Der SV Ramsthal ist der vermutlich härteste und auch aussichtsreichste Verfolger des Tabellenführers TSV Trappstadt und hat wie dieser zwei Spiele weniger ausgetragen als der Zweite Großbardorf II. Womit die knallharte Aufgabe umrissen ist, die auf die DJK Wülfershausen wartet. Dieser SV Ramsthal darf und will sich keinen Ausrutscher, noch dazu beim Tabellenletzten, leisten. Alles andere als ein Sieg wäre für die Mannschaft von SV-Trainer Tim Herterich eine große Enttäuschung und ein herber Rückschlag.

Der erfolgreichste Angriff wird vermutlich der zweitschwächsten Abwehr ordentlich einheizen. Aber: Das Hinspielergebnis (7:5 für Ramsthal) ist kein Druckfehler. Es brachte damals schon frühzeitig in der Saison die Stärken und die Baustellen der Wülfershäuser ans Tageslicht.

Doch Trainer Rudi Koob und seine Truppe haben daran gearbeitet, schienen schon dem Abstieg geweiht und hielten irgendwie doch immer den Kopf über Wasser. Kennzeichnend ist die Vielzahl der knappen und unglücklichen Niederlagen. Wenn sich Glück und Pech in einer Saison wirklich die Waage halten, dann sieht es sogar sehr gut aus für das Schlusslicht. In Rannungen war Fortuna von den DJK?lern jedenfalls noch nicht auszumachen. „Meine Mannschaft war sehr bemüht und hat in der zweiten Halbzeit das Spiel gemacht. Einen Punkt hätten wir verdient gehabt.“ Rudi Koob zum Gegner: „Sie werden nach einigen sieglosen Spielen mit einer Portion Wut im Bauch zu uns kommen und alles daran setzen, sich mit einem Sieg ihre Aufstiegschancen zu erhalten. Aber auch wir haben etwas gutzumachen. Sieben Gegentore wie im Hinspiel kann ein Fußballer so nicht stehenlassen. Wir wollen nicht als Letzter das Jahr beenden. Ramsthal ist natürlich der Favorit. Unser Ziel ist, wieder mal zwei konstant gute Halbzeiten zu spielen und zu punkten.“

SG Oerlenbach/Ebenhausen – TSV Großbardorf II

Normalerweise geht der TSV Großbardorf II als klarer Favorit in dieses Spiel in Oerlenbach. Zu viel spricht für das Team von TSV-Trainer Markus Bach, das nicht nur das Hinspielergebnis (3:1) als Empfehlung mitbringt. 14 Tabellenplätze und 22 Punkte Unterschied sind Indizien dafür, dass die Tabelle nicht lügt. Hinzu kommt, dass Oerlenbach/Ebenhausen vor einer Woche in Strahlungen ein 3:7-Packung bekam und über die mit Abstand schwächste Abwehr (59 Gegentore) verfügt und mit nur 1,4 erzielten Treffern pro Spiel der drittbesten Abwehr (22) keine Angst einflößen wird.

Eines der größten kleinen Argumente, dass auch dieses Spiel kein Selbstläufer wird, ist die fehlende Konstanz in den Leistungen der Bardorfer Zweiten, vom Spieler-Potenzial her vielleicht am geeignetsten für einen Aufstieg in die Bezirksliga. Immer nach einer mehr oder weniger langen Erfolgs-Phase und dem Anpirschen an die Spitzenplätze gibt es einen unerwarteten Rückschlag. Ob dies eine Frage der Einstellung ist, soll dahingestellt bleiben. Einfach erklärbar ist es aber nicht, dass man letzten Sonntag daheim gegen den TSV Steinach (1:3) verliert, den eine Woche zuvor das Schlusslicht Wülfershausen geschlagen hat.

TSV Bad Königshofen – FC Strahlungen

Beim TSV Bad Königshofen wurde am vergangenen Sonntag von der Personalsituation her ein absoluter Tiefpunkt dieser Saison erreicht. Mit Andy Hofmann und Steffen Werner fielen die Torhüter Nummer 1 und 2 aus, sodass mit Philipp Schleelein ein B-Klasse-Spieler aus Kleinbardorf sein Debüt in der Kreisliga geben musste. Was keine Abwertung der Spieler vom Partnerverein der zweiten TSV-Mannschaft sein soll, vielmehr deren Wert für die Königshöfer Erste. Dennoch gab es nach sechs Spielen ohne Niederlage wieder einmal ein solches Misserfolgserlebnis, wurde beim FC Rottershausen mit 1:4 verloren. Ziel der Mannschaft und von Trainer Bernd Knahn ist es nun, das Jahr nicht mit zwei Niederlagen abzuschließen.

Wobei das Hinspielergebnis (5:1) und das letzte Spiel den FC Strahlungen zum Favoriten dieser Begegnung stempeln. „Gegen Oerlenbach konnte mein Sturm wieder mal überzeugen und die Gegentore wettmachen“, zog Schönwiesner Bilanz. Es war wieder mal ein turbulentes Spiel mit hohem Unterhaltungswert für die Zuschauer.“ Nun habe man natürlich das Ziel, Bad Königshofen auch auswärts zu schlagen. „Der Einsatz meines Torhüters Johannes Bömmel ist weiterhin fraglich. Er wurde schon im letzten Spiel von Pierre Weyand gut vertreten.“ Fehlen wird urlaubsbedingt auch Benedikt Bötsch. „Wir wissen“ so Schönwiesner, „dass Bad Königshofen zuletzt viel Boden gut gemacht hat und mit Sicherheit kein zu unterschätzender Gegner sein wird.“