HANDBALL: 3. LIGA MITTE

Neue Sorgen beim HSC

Handball

3. Liga Mitte Sonntag, 13. Januar, 17 Uhr: SG Nußloch – HSC Bad Neustadt

„Vom Potenzial der Spieler her kann Bad Neustadt auf jeden Fall die Klasse halten.“ Dieses Zitat von Nußlochs Trainer Marc Nagel nach dem 29:23-Hinspielsieg seiner Schützlinge sollte dem HSC Bad Neustadt Mut machen, die schwere Aufgabe Klassenerhalt im ersten Spiel des neuen Jahres erfolgreich angehen zu können. Die Gäste haben am Sonntagnachmittag in der Nußlocher Olympiahalle insofern nichts zu verlieren, weil sie wieder einmal als klarer Außenseiter zum Anwurf schreiten. „Doch was man aus seiner Außenseiterrolle machen kann, hat das Team im letzten Spiel gezeigt, als uns gegen Baunatal auch kaum einer einen Punktgewinn zugetraut hatte“, hält HSC-Coach Frank Ihl dagegen.

Erfolgreiches Testspiel

Dieser hatte nach der kurzen Weihnachtspause seine Spieler gleich nach den Feiertagen wieder zum Training geladen. „Wir haben ein ordentliches Trainingslager einschließlich eines Testspieles gegen den HSV Bad Blankenburg, das wir mit 36:31 gewinnen konnten, absolviert“, sagt Ihl. Allerdings hat sich die personelle Situation in dieser Woche wieder verschärft. Neben dem wegen einer Ellenbogenverletzung bis Ende Januar ausfallenden Krisztian Galli konnten die angeschlagenen Gary Hines und Vilim Leskovec nur eingeschränkt trainieren. Jure Fistonic laboriert noch an einer Schulterverletzung, besser sieht es hingegen bei Martin Bieger aus, der die Auswärtsfahrt auf jeden Fall mit antreten wird.

Aber auch das Personaltableau bei den Gastgebern ist übersichtlich. Die SG, die vor Saisonbeginn noch den Aufstieg in die 2. Bundesliga anstrebt hatte, hat den Kontakt zum Spitzenreiter TV Großwallstadt bei einem Sechs-Punkte-Rückstand erst einmal verloren. Mitverantwortlich dafür war die deutliche 19:34-Niederlage im letzten Spiel bei der MSG Groß-Bieberau. Da fehlten Nagel aber auch etliche Leistungsträger wie Ex-Weltmeister Christian Zeitz, der mit 78 Treffern die vereinsinterne Torschützenliste anführt.

Personalsorgen auch bei Nußloch

Gegen die Rotmilane nicht mitwirken kann Kapitän Kevin Bitz. Der Spielmacher, im Hinspiel nicht nur wegen fünf Treffern der beste Akteur der Baden-Württemberger, zog sich bei der Niederlage gegen Groß-Bieberau einen offenen Fingerbruch an der Wurfhand zu. Im Hinspiel agierte der HSC Bad Neustadt lange auf Augenhöhe. Wie so oft im bisherigen Saisonverlauf waren zehn schwache Minuten aber ursächlich für die Niederlage. „So etwas dürfen wir uns im Rückspiel nicht erlauben“, fordert Ihl. Bestätigt darf er sich in dieser Hinsicht nach der Analyse des Baunatal-Spieles fühlen, „da haben wir zum ersten Mal in dieser Saison über die gesamte Spielzeit hinweg konzentriert gearbeitet, weswegen auch die Anzahl an Fehlern und Fehlwürfen im erträglichen Rahmen blieb“.

Verrückte Liga

Gegen den Tabellenfünften hängen zwar die Trauben hoch, doch in dieser „verrückten Liga“, die nicht nur Baunatals Coach Dennis Weinrich so titulierte, ist alles möglich. „Es wird aber jeder Spieler an seine Leistungsgrenze gehen müssen“, ist sich der HSC-Coach sicher. Beim Blick auf diese Statistik fällt auf, dass die 498 Saisontreffer der Nußlocher von vielen verschiedenen Spielern erzielt wurden, während beim HSC hauptsächlich das Quartett Gary Hines, Krisztian Galli, Max Bauer und Vilim Leskovec für die 425 Tore verantwortlich ware. Dass drei dieser Spieler auszufallen drohen, macht die Aufgabe nicht leichter. „Aber da müssen wir jetzt durch. Nach dem Nußloch-Spiel stehen für uns drei entscheidende Wochen an. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Mannschaft mir zu meinem 50. Geburtstag ein nachträgliches Geschenk bereiten würde“, sagt Ihl. (ba)