HANDBALL: 3. LIGA MÄNNER MITTE

Ein „tierisches“ Duell

Mit Einsatz und Kampfgeist wollen Benjamin Trautvetter (links) und der HSC Bad Neustadt gegen den HC Elbflorenz II ...

Handball

3. Liga Männer Mitte

 

1. (1.) TV Großwallstadt 17 13 1 3 498 : 412 27 : 7  
2. (2.) SG Leutershausen 18 12 2 4 519 : 466 26 : 10  
3. (3.) Rodgau Nieder-Roden 17 10 4 3 480 : 451 24 : 10  
4. (4.) SG Nußloch 18 11 1 6 527 : 488 23 : 13  
5. (5.) Dutenh./Münchholzh. II 18 10 2 6 456 : 447 22 : 14  
6. (6.) HSG Hanau 18 9 3 6 500 : 466 21 : 15  
7. (7.) HSG Bieberau-Modau 18 10 0 8 486 : 464 20 : 16  
8. (8.) SC DHfK Leipzig II 18 9 1 8 520 : 528 19 : 17  
9. (9.) GSV Eintracht Baunatal 18 7 4 7 501 : 490 18 : 18  
10. (10.) Oftersh./Schwetzingen 18 8 2 8 470 : 478 18 : 18  
11. (11.) TV Großsachsen 18 7 3 8 489 : 502 17 : 19  
12. (12.) TV Gelnhausen 18 6 2 10 508 : 536 14 : 22  
13. (13.) HC Elbflorenz II 18 7 0 11 473 : 516 14 : 22  
14. (14.) Northeimer HC 18 4 3 11 477 : 536 11 : 25  
15. (15.) TV Kirchzell 18 3 3 12 417 : 475 9 : 27  
16. (16.) HSC Bad Neustadt 18 1 1 16 449 : 515 3 : 33  

 

Samstag, 18. Januar, 18 Uhr:

SC DHFK Leipzig II – HSG Hanau

Samstag, 18. Januar, 19 Uhr:

HSG Bieberau-Modau – Northeimer HC

Samstag, 18. Januar, 19.30 Uhr:

HSC Bad Neustadt II – HC Elbflorenz II

TV Großwallstadt – GSV Eintracht Baunatal

Dutenh./Münchh. II – Rodg. Nieder-Roden

 

HSC Bad Neustadt – HC Elbflorenz II

Auf dem Schulberg in Bad Neustadt kommt es an diesem Samstagabend zu einem ungewöhnlichen „tierischen“ Duell. In der freien Natur wird es wohl nie zu einem Kampf zwischen Rotmilanen und Tigern kommen. Beim Handball ist dies möglich: Die „Rotmilane“ aus der Saalestadt (16./3:33) gehen mit den „Tigern“ aus der Sachsen-Metropole (13./14:22) in den 60-minütigen Nahkampf. „Und den wollen, nein müssen wir, als Gewinner beenden“, lautet die klare Ansage von HSC-Coach Frank Ihl. Er spricht von „drei anstehenden Wochen der Wahrheit. Jetzt gegen Elbflorenz Dresden II, acht Tage später daheim gegen Groß-Bieberau und dann in Northeim müssen wir sechs Punkte holen. Wenn das gelingt, verbessern sich unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt schlagartig.“ Die erste Hürde stellt also der Mitaufsteiger von der Elbe dar, gegen den der HSC in der Hinrunde mit 29:34 verlor.

Diese Begegnung hat in mehrfacher Hinsicht Erinnerungswert, nicht nur wegen eines Liga-übergreifenden Minusrekordes. In der riesigen SportArena (Fassungsvermögen: 5000 Zuschauer) fanden sich 75 Zuschauer ein. Zudem erlebte der HSC eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle. Er führte fünf Minuten vor dem Seitenwechsel komfortabel mit 17:12, um bis zum Kabinengang (18:18) einzubrechen und im zweiten Durchgang das Heft völlig aus der Hand zu geben.

60 Minuten auf Augenhöhe bleiben

Dabei tat man dem Perspektivteam des Zweitligisten den Gefallen, den Ballbesitz durch viele Eigenfehler aufzugeben und sich auch ansonsten sehr fehleranfällig zu präsentieren. Die damalige Niederlage war ein Spiegelbild der nachfolgenden Partien. „Wir waren oft lange auf Augenhöhe, aber nicht 60 Minuten lang“, so die permanente Erklärung von Frank Ihl und seinem Vorgänger Chrischa Hannawald. Auch die letztwöchige Niederlage in Nußloch kam so zustande. Ein Einbruch zwischen der 25. und 45. Minute („Da ging bei uns in der Offensive gar nichts zusammen“, so der frustrierte HSC-Coach) mündete in der 16. Saison-Niederlage.

Krisztian Galli fällt weiterhin aus

Das lag aber nicht nur am Ausfall des auch im ersten Heimspiel des Jahres 2020 fehlenden Spielmachers Krisztian Galli, in Dresden mit neun Treffern erfolgreichster Schütze. Auch andere Personalien – Martin Bieger beispielsweise konnte nur kurz zum Einsatz kommen – standen einem Erfolgserlebnis „trotz eines überragenden Max Bauer“ (Ihl) im Weg. Personell gesehen hat sich seit dem letzten Spieltag nichts geändert. Galli fehlt weiterhin, der Einsatz von Max Drude (Fußverletzung) scheint indes nicht gefährdet.

Die Gäste basteln derweil fleißig am Klassenerhalt. Nach schwachem Saisonbeginn schwimmen sie derzeit auf einer Erfolgswelle. Sie kommen nach Bad Neustadt mit der Empfehlung eines 32:18-Kantersieges gegen die MSG Groß-Bieberau an. Obwohl ihr Spielmacher und Routinier Eric Meinhardt fehlte – ob er am Schulberg aufläuft, ist noch fraglich – war vor allem die Torgefährlichkeit des Rückraums beeindruckend. Der „halblinke“ Nico Cornelius (82 Saisontreffer) verbuchte mit acht Toren den Tagesbestwert. Sein Pendant im rechten Rückraum, der Zweitliga-erfahrene Oskar Emmanuel, netzte sechs Mal ein.

Auch Elbflorenz hat seine Schwächen

Die Gäste brillierten durch hohes Tempo. Trotz eines geschwächten Kaders stand auch die Abwehr wie eine Mauer, hinter der Keeper Jan Vogt stark parierte. „Aber auch dieser Gegner, der mit viel Dynamik anläuft, hat seine Schwächen“, so die Erkenntnis von Frank Ihl nach intensivem Videostudium, „die wir aber nur nutzen können, wenn wir unsere Stärken konzentriert über 60 Minuten aufs Parkett bringen und insbesondere im Rückzugsverhalten stark sind.“

„Dass der Abstiegskampf möglicherweise gar nicht sportlich entschieden wird, sondern außerhalb der Hallen, darauf können und wollen wir nicht bauen“, so Ihl. Er spielt dabei nicht nur auf den angekündigten Rückzug der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II an, sondern auch auf den Insolvenzantrag, den die SG Nußloch GmbH Anfang der Woche eingereicht hat (wir berichteten).