FUßBALL: KREISLIGA RHÖN

In Herbstadt steigt das ewig junge Grabfeld-Derby

Fußball

Kreisliga Rhön

Samstag, 11. September, 15 Uhr:

Spfr. Herbstadt – TSV Großbardorf II

Samstag, 11. September, 16 Uhr:

FC Reichenbach/Burglauer/Windheim – TSV-DJK Wülfershausen (in Reichenbach)

FC Strahlungen – SV Ramsthal

FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen – TSV Steinach (in Rannungen)

Sonntag, 12. September, 15 Uhr:

FC Westheim – FC Rottershausen

TSV Bad Königshofen – SG Urspringen-Sondheim/Rhön

SV Riedenberg – FC WMP Lauertal

Sportfreunde Herbstadt – TSV Großbardorf II

Erneut kommt es zu einem Grabfeld-Derby, bei dem sich viele Spieler beider Mannschaften sehr gut kennen und der eine oder andere schon beim anderen gespielt hat. Selbst Herbstadts Trainer Martin Naber, gebürtiger Irmelshäuser, hat in sehr jungen Jahren, als die Gallier noch die Boardfer waren, eine kurze Zeit lang das heimische Grün-Weiß mit dem der Boardfer in der Landesliga getauscht. Sieben Jahre, die er „nicht missen möchte“, hat der Bruder von Manuel Leicht aus Großbardorf, Mathias Leicht, bei den Sportfreunden Herbstadt hinten alles zusammengehalten und die Kapitänsbinde getragen.

Vor dieser Runde ist er wieder in die Heimat zurückgekehrt, „wollte immer noch mal zusammen mit meinem Bruder in einer Mannschaft spielen.“ Was für ihn natürlich nur die U 23 sein konnte. Er wurde in Herbstadt mit Wehmut verabschiedet und in Großbardorf mit offenen Armen empfangen. Am Sonntag kehrt er als Gegner zurück, kennt jeden Grashalm im Sportpark An der Eller und jede Nuance von Stärken und Schwächen seiner Gegenspieler. Dagegen sind Keeper Thomas „Knolle“ Kneuer, Michael Gabold und Julian Leicht sind immer noch überzeugte Herbschter. Dominik Firnschild ist zurzeit verletzt, ebenso Florian Wirsing.

Herbstadt hat mit je zwei Siegen, Unentschieden und Niederlagen nichts zu verschenken, sammelt nach Martin Nabers Devise Punkt für Punkt zum rechtzeitigen Klassenerhalt. Während die Gäste als einzige noch unbesiegte Mannschaft ihre weiße Weste behalten wollen. „Es wird ein sehr schweres Spiel für uns“, erkennt Spfr.-Trainer Martin Naber, „dazu benötigen wir nicht einmal die Tabelle. Sie haben bis jetzt alles gewonnen und haben eine sehr spielfreudige, technisch starke Mannschaft. Wir wollen hinten gut stehen und so lange wie möglich die Null zu halten, anders als in den letzten paar Spielen.“ Da sie beide den Offensiv-Fußball bevorzugen, verspricht es ein offener Schlagabtausch mit technisch geprägtem Fußball zu werden.

FC Reichenbach/Burglauer/Windheim – DJK Wülfershausen

Der Trainer der DJK Wülfershausen, Christoph Then, lebt seiner Mannschaft den Optimismus vor und fährt damit bisher gar nicht schlecht. Nicht nur, dass seine Truppe mit dem dritten einen Tabellenplatz einnimmt, ein Tabellenbild malt, das es so noch nie gegeben hat in der Kreisliga Rhön der heutigen Zusammenstellung: Gleich hinter Großbardorf II und Bad Königshofen und vor renommierten, höher eingeschätzten Mannschaften. Das aber auch mit Wasserfarbe, nicht in Öl gemalt, schnell verwischt sein kann. Doch die Wülfershäuser genießen zurzeit die Situation und nehmen mit, was geht. Und sie sind damit und in der Folge ihrer guten Stimmung womöglich dafür bestens gerüstet, wenn die Wolke sieben sich einmal aufgelöst haben sollte. Dass sich Christoph Then ab und zu auch mal etwas weit aus dem Fenster lehnt? Er lebt damit auch das Risiko vor, das junge Fußballer gern mitzugehen bereit sind. Vor allem, weil es nicht kracht, wenn mal was in die Hose gegangen ist.

Vor dem Spiel gegen Westheim letzten Sonntag sagte Then voraus, „ein 0:0 wird es nicht geben.“ Heute sagt er: „Dass wir gleich mit 5:1 vom Platz gehen, konnte man natürlich nicht erahnen. Es war umso schöner.“ Möglich gemacht habe dies eine disziplinierte Mannschaftsleistung. „Wir haben unsere Abstände zwischen den Ketten immer klein gehalten und gut verschoben und so dem Gegner wenig Zugriff in unserer Hälfte gewährt.“ Ein lupenreiner Hattrick von Nils Voigt binnen sechs Minuten machte nach dem Platzverweis für Westheims Torjäger Pragmann „den Sonntag dem Wetter gleich, zu einem sehr angenehmen Nachmittag.“ Gegner Reichenbach hat soeben seinen ersten Saisonsieg gefeiert und dürfte sich ebenso im Aufwind befinden. Zudem hat sich der FC mit Thens Heimatverein Burglauer verbündet „und ist vom Spielerpotenzial her sicher stärker als es der aktuelle Tabellenplatz 14 aussagt. Leichte Spiele gibt es in dieser Liga sowieso nicht. Und wir werden durch unsere gute Position bestimmt nicht überheblich werden – vor allem, wenn`s gegen den Heimatverein vom Coach geht.“

FC Strahlungen – SV Ramsthal

Der FC Strahlungen empfängt den SV Ramsthal zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Gast war zumindest als Mitfavorit um die Meisterschaft in die Runde gestartet und hatte am Anfang Probleme. Dann gelang in Herbstadt der zweite Sieg (4:2), und schon ging der Knopf auf. Am vergangenen Spieltag glückte ein 2:0-Heimsieg gegen die ebenso hoch gehandelte Truppe von Trainer Werner Dreßel, den FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen. Bei einem weniger ausgetragenen Spiel ist virtuell sogar schon der Relegationsplatz 2 erreicht. Die Truppe von Trainer Tim Herterich scheint heiß und gierig auf den nächsten Dreier.

Was hat dazu Oliver Schönwiesner zu sagen? Zunächst einmal war er enttäuscht, dass man sich als erste Mannschaft mit dem FC WMP Lauertal (3:3) die Punkte teilen musste. „Wir taten uns schwer und durften froh sein, dass wir nicht unter die Räder kamen. Moral haben wir trotzdem bewiesen, denn nach dem Dreifachschlag zurückzukommen, gelingt nicht jeder Mannschaft.“ Diese beiden Teams haben ja erst letzte Woche im Totopokal die Klingen gekreuzt. In der regulären Spielzeit konnte kein Sieger ermittelt werden. Schönwiesner sah „jede Mannschaft mit einer stärkeren und einer schwächeren Phase. Diese glanzlose Phase gilt es im Heimspiel zu vermeiden. Wir müssen unbedingt die ganze Spielzeit die Konzentration hochhalten, damit wir diesen Meisterschaftsaspiranten bezwingen können.“ Immerhin hat der SV Ramsthal als Meister-Tipp „SV Ramsthal“ angegeben. Schönwiesner: „Das spornt uns selbstverständlich auch an.“

TSV Bad Königshofen – SG Urspringen-Sondheim/Rhön

Bad Königshofen Trainer Alexander Leicht hatte während der letzten Woche die Aufgabe, seiner jungen und bisher unbekümmert und sehr stark auftretenden Mannschaft etwaige Selbstzweifel zu nehmen. „Wir haben schon das 1:1 gegen Wülfershausen wegen des Ausgleichs in der 93. Minute wie eine Niederlage empfunden. Am Mittwoch schieden wir im Pokal durch ein Tor in der 92. Minute aus. Und in Rottershausen beim 3:1-Sieg stand es wieder auf Messers Schneide. Wir hatten auch einmal das Quäntchen Glück, und hinterher ist Ballast abgefallen, der eigentlich gar nicht da sein sollte.“

Er müsse seiner Mannschaft ein dickes Kompliment machen dafür, „wie sie in der zweiten Halbzeit gegen den Ball gespielt und sich als Team gewehrt hat. Das tut uns allen gut zu wissen, dass wir dagegenhalten können.“ Von „verdient“ wolle er deswegen noch nicht sprechen. „Rottershausen hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt.“ Auch der Tabellenplatz 2 sei Balsam für die Seele. Es ist aber erst ein Viertel der Runde absolviert, „und wir wissen, wer, noch dazu mit einem Spiel weniger, hinter uns steht.“

Ein Sonderlob hat Leicht noch für den Andy-Hofmann-Ersatz-Torwart Philipp Schleelein parat. „Er hat ein super Spiel gemacht, immer sicher gewirkt. Kompliment, auch die Mannschaft sah ihn als besten Spieler. Auch Leo Hüllmandel mit seinen 19 Jahren spielt die ganze Zeit schon sehr beeindruckend, ja überragend, in der Innenverteidigung. Da hat mein Vorgänger Bernd Knahn saubere Aufbau- und Entwicklungsarbeit geleistet.“ Leicht glaubt nicht, dass Franz Schmitts Verletzung bis Sonntag wieder heilt. „Basti Endres hat ihn ab der 20. Minute super vertreten.“ Andy Hofmann ist weiterhin in Urlaub. Patrick Kuhns Verletzung scheint eine sehr lange Geschichte zu werden. Dafür sollte Daniel Blau gegen Urspringen wieder einspringen können.

Urspringen habe er „immer als unangenehmen Gegner in Erinnerung. Aktuell haben sie etwas Verletzungsprobleme. Wenn bei denen erst mal alle an Bord sind, haben sie eine wirklich gute Truppe. Ich habe sie nie sonderlich hart spielen gesehen, sie suchen vielmehr immer die spielerische Lösung. Wir wollen ein gutes Spiel zeigen, aber vor allem nach langer Zeit wieder mal ein Heimspiel gewinnen.“