Königssee (dpa)

«Stopp»-Ruf irritiert Friedrich: Dritter im Weltcupfinale

Wütend, voll gepumpt mit Adrenalin schimpfte der sonst so ausgeglichene Weltmeister im Ziel. Mitten beim Start hörte er ein «Stopp-Ruf» vom Mechaniker - da war es schon zu spät. Der 170 Kilogramm schwere Schlitten war schon in der Spur unterwegs.

Dritter
Francesco Friedrich wurde mit Anschieber Candy Bauer Dritter am Königssee. Foto: Tobias Hase

Ein «Stopp-Ruf» am Start hat eine bessere Platzierung von Weltmeister Francesco Friedrich beim Weltcup-Finale in Königssee verhindert.

Als mitten im Startvorgang zum ersten Lauf trotz grüner Ampel der Ruf vom Mechaniker zu hören war, «bremste ich kurz ab und gab dann wieder Vollgas. Wir hätten es auf keinen Fall geschafft, den Bob vor der Zeitschranke anzuhalten», meinte Friedrich nach seinem dritten Platz.

Mit Anschieber Candy Bauer verbesserte er sich zwar von Platz vier noch auf das Podest. Dennoch hatte das Duo nach zwei Durchgängen 15 Hundertstelsekunden Rückstand auf den siegreichen Südkoreaner Yunjong Won, der erstmals in seiner Karriere den Gesamtweltcup im kleinen Schlitten gewann. Zweiter im letzten Saisonrennen wurde der Schweizer Beat Hefti.

Friedrichs Vereinskollege Nico Walther kam mit Christian Poser auf Rang sechs. Junioren-Weltmeister Johannes Lochner, der als WM-Zweiter beim Saisonfinale mit Joshua Bluhm sein erstes Weltcup-Rennen in diesem Winter fuhr, wurde auf seiner Heimbahn nur Neunter.

Die Unruhe im Schlitten von Friedrich nach dem Start-Zwischenfall zeigte sich prompt an der schlechten Fahrlinie in Kurve eins. «Das Missgeschick hat uns natürlich Zeit gekostet. Zudem bin ich schlecht ins S gekommen und auch schlecht wieder raus», erklärte der dreimalige Weltmeister und gab zu: «Es ist schon erstaunlich, trotz noch größeren Fehler sind die Südkoreaner unten so schnell. Selbst wenn der erste Lauf besser gewesen wäre, hätte es heute nicht zum Sieg gereicht.»

Den Gesamtsieg im kleinen Schlitten holte nach acht Rennen erstmals in seiner Karriere der Südkoreaner Won. Mit 1562 Zählern verwies er Walther (1450) auf Rang zwei. Dritter wurde der Lette Ugis Zalims (1410). «Won hat eine sensationelle Entwicklung gemacht, auch beim Material sind die Südkoreaner sehr stark. Mit ihm müssen wir bei Olympia ganz stark rechnen», meinte Cheftrainer Christoph Langen schimpfte erneut am Material: «Wir verlieren im Hochgeschwindigkeitsbereich immer, das zieht sich ja schon seit Jahren durch.»