BISCHOFSHEIM

Nach der Pflicht kommt die Kür

Abschluss an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer.

Verabschiedung der Absolventen, Zeugnis- und Preisübergaben und ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft – das prägte die Abschlussfeier an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim.

Schulleiter Kurt Haßfurter dankte Landrat Thomas Habermann, dem die Schule und deren Zukunft ein echtes Anliegen sei, für sein persönliches Engagement. „Es ist nicht alltäglich, dass sich ein Landkreis eine solche Schule und Kleinod leistet.“ Dankesworte gingen auch an Abteilungsleiter Gustav Eirich von der Regierung von Unterfranken und an Bürgermeister Georg Seiffert, der ebenfalls als ausgewiesener Freund der Schule bekannt sei.

Im Laufe des Schulbesuchs sei den Schülern durch die Lehrkräfte theoretisches Wissen und praktisches Können vermittelt worden, welches sie bei der Gesellenprüfung unter Beweis gestellt haben. „Wenn die Ausbildung hier in Bischofsheim die Pflicht war, so kommt jetzt in Ihrem weiteren Leben die Kür.“ Der Schulleiter motivierte die Absolventen, im positive Sinne neugierig auf alles, was auf sie kommt, zu sein, und auch mutig, wenn es darum geht, Entscheidungen privater oder beruflicher Art zu fällen. „Lassen Sie sich durch Rückschläge nicht entmutigen. “ Die Absolventen der Holzbildhauerschule können dabei auf eine große Portion an Können, Wissen und beruflicher Qualifikation setzen, die sie während der drei Jahre erworben haben.

Herzliche Glückwünsche überbrachte Haßfurter zu den gelungenen Gesellenstücken. Den jungen Holzbildhauern wünschte er die Kraft und den nötigen Durchsetzungswillen für die weiteren Stationen ihres künstlerischen wie privaten Lebensweges.

Die Zeugnisübergabe war nur ein Punkt der Abschlussfeier. Im Mittelpunkt standen verschiedene Preise, die überreicht wurden. Der Philipp-Mendler-Preis, überreicht durch Landrat Thomas Habermann, ging in diesem Jahr an Ignaz Heinroth. Klassenlehrer Dietmar Balling sprach über Grundvoraussetzungen und Qualitätskriterien von künstlerischem Wirken, die von Philipp Mendler in den 70er Jahren festgelegt und in ihrer Aktualität noch immer gültig seien. Der junge Preisträger habe bei seiner Abschlussarbeit diese wohldurchdachte und vorausschauende Arbeitsweise ebenso gezeigt, wie die stetige Beobachtung des Werkes und die innere Reflexion. Er habe die richtigen Fragen gestellt und zielführende und entscheidende Antworten gefunden – bei Beachtung von Form, Raum und Volumen.

Landrat Habermann betonte gegenüber der Schule, dass der Kreistag sowie er persönlich voll und ganz hinter der Schule stehen würden. Kunst und Kultur werde nicht als Sahnehäubchen der Gesellschaft, sondern als deren Basis gesehen. Der Grundauftrag allen künstlerischen Schaffens sei es, die Gesellschaft in Bewegung zu halten und zu wandeln. Habermann sprach vom Wandlungsauftrag, der Kunstschaffenden zukomme. Dabei gehe es darum, Neues zu schaffen und nicht zu kopieren. „Kunst und Kultur findet nicht nur in den Großstädten statt. Bischofsheim ist mit der Schule Mittelpunkt des gesellschaftlichen Wandels.“

Weitere Unterstützung durch die Regierung von Unterfranken sagte Gustav Eirich zu. Die fachliche und pädagogische Kompetenz der Lehrkräfte sei an solch einer künstlerischen Schule sehr wichtig.

Sehr stolz und dankbar sei die Stadt Bischofsheim, dass die Holzbildhauerschule zur Stadt gehöre, betonte Seiffert. Er sprach von einem spürbaren Aufschwung der Schule und seiner eigenen Verbindung zum Holz, war doch sein Großvater „Holzschnitzer“ und Schreiner, sein Vater Schreiner. Die Schule mache die Stadt bunter und vielfältiger, einerseits durch die Exponate, andererseits durch die jungen Menschen, die etwas Besonderes mitbringen.

Der Preis der Stadt Bischofsheim ging in diesem Jahr an Gesine Noll (11. Klasse) und die Absolventin Johanna Helle, die sich durch konzentrierte, engagierte, zuverlässige Arbeitsweise sowie ein positives Einbringen in die Schulfamilie ausgezeichnet hätten.

Anerkennungspreise für Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein übergab der künstlerische Leiter der Schule, Martin Bühner, an Kerstin Sporck (10. Klasse), Anne Münter (11. Klasse) und den Absolventen Johnatan Aroujo Sousa. Den Preis des Schulleiters bekam in diesem Jahr Michel Stenzel aus der 11. Klasse für sein Werk am Franziskusweg.

Die Absolventen: Johnatan Araujo Sousa, Hannah Arneke, Rebekka Judith Barth, Sascha Euring, Iganz Heinroth, Johanna Helle, Robin Lietz, Clemens Meinecke und Gabriele Rückher-Schinko.

Verleihung des Philipp-Mendler-Preises an Ignaz Heinroth (Mitte) durch Landrat Thomas Habermann.