OBERFILKE

Der Schneeturm zu Oberfilke

Am vergangenen Montag war der Schneemann am Oberfilker Lindenplatz noch eine, wenn auch weit gediehene Baustelle.

Knackiger Frost – der ist dem „King of Snow“ alias Friedhelm Korell gerade recht. Denn am Samstag, 17. Februar, steigt in Oberfilke wieder die von ihm und seinen Freunden organisierte, nunmehr schon elfte „Frostbeulenparty“ am Lindenplatz des idyllischen Rhöndörfchens. Dazu gehört nun einmal die Kälte, wenn von der Schneebar aus die Besucher dieser im Landkreis einmaligen Party mit allerlei heißen Sachen bedient werden sollen.

Die Vorbereitungen laufen zurzeit auf Hochtouren. Auch deshalb, weil der begeisterungsfähige Korell seinen Besuchern wieder etwas Spektakuläres bieten will. Letztes Jahr war es ein geradezu majestätischer Iglu, in dem man sich als ganze Gruppe niederlassen konnte. Dieses Jahr ist es ein Schneemann, der eine stattliche Höhe von rund vier Metern bei einem Grunddurchmesser von zwei Metern haben wird.

Wenige Meter neben die traditionelle Schneebar hat er nämlich zusammen mit Erich Straub aus Willmars, mit Thomas Baumeister aus Wollbach, Uwe Schwanke aus Oberfilke und dem dreizehnjährigen Cristiano Gehrhardt aus Mühlfeld diesen neuen Schneemann gebaut, ähnlich dem Schneeturm, den er und seine Freunde im Februar 2015 auf dem Feuerwehr-Vorplatz in Unterfilke gebaut hatten.

Ganz so groß, wie der damalige Turm mit seinen 6,50 Metern Gesamthöhe wird das neue Wahrzeichen der Frostbeulenparty nicht sein – auch deswegen nicht, weil dieses Jahr auch in Filke nicht so viel Schnee liegt wie vor drei Jahren. Aber ein unübersehbarer Blickfang wird er trotzdem sein. Wenn die Besucher am Samstagabend vom Dorf her zum Lindeplatz pilgern, wird er sie schon von fern, als angestrahlter Wegweiser begrüßen.

Solche Schneetürme zu bauen ist nicht einfach. Doch Friedhelm Korell hat eine Technik dafür entwickelt. Wichtigstes Hilfsmittel ist ein sechseinhalb Meter langes und ein Meter breites Blechband, das sich zu Röhren mit verschiedenen Durchmessern zusammenrollen und mit Schraubzwingen stabilisieren lässt. In diese, senkrecht aufgestellte Röhre wird der Schnee eingefüllt, mit Wasser besprengt und, wie früher beim Sauerkrautstampfen, mit den Füßen festgetreten. Der Schnee erreicht dadurch eine erstaunliche Stabilität. Die Blechröhre wird auf drei Abschnitte nach oben geschoben und nach demselben Verfahren wieder mit Schnee gefüllt. Nach oben hin verjüngt sich der Röhrendurchmesser, so dass der „Schneemann“ dem terrassenartig abgestuften Turmbau zu Babel ähnelt.

Am kommenden Samstag ist der Schneemann längst fertig, wenn ab 18 Uhr die überdachte Schneebar eröffnet. Wenn mit Lagerfeuerromantik die Nacht erhellt wird, wenn Bratwurst-, Feuerzangenbowle- und Glühweindüfte die Winternacht erfüllen und coole Musik durch das Dorf schallt. Dann kehrt fröhliche Gemütlichkeit ein bei dieser Party, die schon längst zu einer Kultveranstaltung in der oberen Rhön geworden ist. Eine Einschränkung macht der Friedhelm aber: „Willkommen sind nur Gäste mit guter Laune!“, sagte er. Das dürfte die Besucherzahl in keiner Weise schmälern.

Hinter der Verschalung verbirgt sich das Herzstück der Frostbeulenparty: die Schneebar.