Bad Neustadt

Mäc Härders fränkische Lachmedizin

Ein kleines „Heimspiel“ feierte Kabarettist Mäc Härder mit der städtischen Kulturarbeit im Bildhäuser Hof.

Der in Wollbach in Rhön-Grabfeld aufgewachsene Kabarettist Manfred „Mäc Härder“ tourt mit seinem neuen Programm „Wir haben nicht gegoogelt, wir haben überlegt“ von Erlangen über Ingolstadt bis an die Schweizer Grenze. Für die städtischen Kulturarbeit im Bildhäuser Hof kam er nun zu einem kleinen Heimspiel. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt.

Im September sind es bereits 32 Jahre, dass er als humorvolle Franken- und Rhönbotschafter auf der Bühne steht und er stellte fest: „Eigentlich hast du schon alles gemacht“. Nach 22 Programmen, neun Solos und vielem, das mittlerweile in der „Gag-Mülltonne“ gelandet ist, fiel Mäc Härder doch noch etwas neues ein und das trieb den zahlreichen Gästen so manche Lachträne ins Gesicht.

Ein Tisch und ein alter Koffer

„Hey, dich habe ich lange nicht mehr gesehen“, stellte er bei einer Begrüßungsrunde durch die Publikumsreihen fest und das noch vor seinem eigentlichen Auftritt. Der halbe Saal gehörte „seinen Wollbichern“. Ein großes Bühnenbild brauchte der mit blau schillernden oder „TV-Testbild Anzug“  dekorierte Komödiant nicht. Ein Tisch und ein alter Lederkoffer reichten, aber er brauchte zwei Starts. Einmal stürmte er mit flotter Musik auf die Bühne, einmal ohne, denn er wollte sehen, ob nun der frenetische Applaus ihm oder der Musik galt.

Kabarettist Mäc Härder ließ bei seinem Auftritt als Jongleur Putin, Erdogan und Trump gewidmete Flaschen durch die ...

Eine Pointe jagte die andere. Und kam die unterschwellige Botschaft nicht gleich an, wiederholte er sie und wartete geduldig mit einem verschmitzten Mimikspiel auf den Applaus. Kreuzt man fränkisch, mit „rhönerisch“ und fügt „Wollbacher Wortspiele“ mit ein, dann wird es spannend. So mancher Gast kam aus einer „Dauerlachschleife“ nicht mehr heraus.

Quintessenz aus 30 Jahren

Der fränkische Kabarettist, Jongleur und Fernsehmoderator zeigte auf, was sich in den vergangenen 30 Jahren verändert hat und griff Themen aus Religion, Politik und dem Miteinander in der Familie und Gesellschaft auf. Dabei unterstrich er, dass Comedy auch einmal weh tun kann und relativierte es gleich wieder auf spritzig, witzige Weise.

„Wir hetzen durchs Leben, ob wir 20 oder 60 Jahre alt sind. Selbst 80-Jährige hängen mittlerweile genervt am Smartphone rum“. Früher baute man um ein Telefon ein ganzes Häuschen im flotten „Gelb“ und davor standen viele Menschen, die miteinander kommunizierten, stellte er fest.  Eltern schickten ihre Kinder noch ins Gymnasium um sie später nach den  großen Dingen der Welt zu fragen. Heute werde alles „gegoogelt“. Junge Menschen bräuchten ihr Tablet, alte ihre Tabletten. Und er stellte die Frage, warum gerade Städter einen Geländewagen brauchen.

Putin, Erdogan und Trump in der Luft

Als Jongleur ließ Mäc Härder Putin, Erdogan und Trump gewidmete Flaschen durch die Luft fliegen, jonglierte mit „Appeln“ und Ei-phons“ und ließ mit dem ins Programm einbezogenen Publikum alte Werbeslogans aufleben, was in dem Spruch endete: „Was der Arzt ist für die Kranken, ist Mäc Härder für die Franken“. Denn Lachen ist gesund, und so galt Mäc Härder am Ende ein langer Applaus.