HANDBALL BAYERNLIGA

Friedberg lässt den Worten Taten folgen

Muss der HSC Bad Neustadt noch einmal beim TSV Friedberg antreten? Diese Frage steht nach wie vor im Raum. Die Schwaben hatten unmittelbar nach dem Spiel am vergangenen Samstag, das sie gegen den Tabellenführer 22:25 verloren haben, Einspruch gegen die Spielwertung angekündigt. „Wir haben den Einspruch fristgerecht eingereicht“, bestätigte Dirk Kreutzburg, Abteilungsleiter Handball des TSV, auf Nachfrage dieser Redaktion. Details zur Begründung des Einspruchs wollte er mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht geben.

Alles auf Video

Im Lauf der ersten Halbzeit des Spitzenspiels der Bayernliga der Männer hatte es Diskussionen um den Spielstand gegeben. Das soll passiert sein: Nach einem verwandelten Friedberger Strafwurf habe das Kampfgericht den Spielstand versehentlich auf 10:6 gestellt statt auf 9:6. Als den Schiedsrichtern nach dem folgenden Bad Neustädter Treffer das Missgeschick aufgefallen sei, hätten sie veranlasst, dass den Friedbergern das Tor zu viel wieder abgezogen werde. Allerdings sollen sie das Kampfgericht auch angewiesen haben, dem HSC einen Treffer einzutragen, der nie gefallen sein soll. Statt beim Stand von 9:7 soll die Partie beim Stand von 9:8 fortgesetzt worden sein. Die ganze Sequenz soll auf dem Spielvideo nachvollziehbar sein. Öffentlich zu sehen ist das Video nicht, es liegt im geschützten Bereich eines Portals. Dorthin sollen alle Klubs der Liga die Mitschnitte ihrer Heimspielen hochladen. So soll den Trainern die Spielvorbereitung erleichtert werden.

Spielentscheidender Fehler?

Der TSV Friedberg wird im Lauf des Verfahrens beweisen müssen, dass der Regelverstoß der Schiedsrichter spielentscheidend war. So schreibt es die Rechtsordnung des Bayerischen Handball-Verbands vor. In diesem Fall könnte das zuständige Gericht die Wiederholung des Spiels anordnen. Eine direkte Korrektur des Ergebnisses darf nicht vorgenommen werden. Ob das Video als Beweismittel zulässig ist, liegt im Ermessen des Gerichts. Der Ausgang des Verfahrens „liegt nicht in unserer Macht“, sagte Dieter Schulz, der Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft des HSC.

HSC scheiterte mit Einspruch

Der Fall lässt Erinnerungen wach werden an einen ähnlich gelagerten, der sich vor knapp elf Jahren in der Bürgermeister-Goebels-Halle ereignet hatte. Damals hatte das Kampfgericht bei einem Spiel des HSC gegen HaSpo Bayreuth in der Regionalliga Süd den Bayreuthern in der ersten Halbzeit ein Tor gutgeschrieben, das nie gefallen war. Die Partie endete 29:29. Zur Entscheidung kam der Einspruch damals freilich nicht, die Verhandlung darüber wurde vom Verbandssportgericht des Süddeutschen Handballverbands abgelehnt. Weil den Bad Neustädtern beim Einreichen ein formaler Fehler unterlaufen war.